Viele Männer in Deutschland verstecken ihre Sexualität. Sie leben als Papas, Lebensgefährten oder Ehemänner in heterosexuellen Beziehungen. Wenn sie sich doch outen, bricht für manche Familien eine Welt zusammen. 

Unter der Woche "auf Montage" beim schwulen Partner des Herzens - am Wochenende zu Hause bei Frau und Kindern. Das ist ein Lebensmodell, in dem manche schwule Männer versuchen ihr Schwulsein geheim zu halten.

Ein anderes Modell: Einfach nicht zulassen und die eigene Sexualität ausblenden. Beide Modelle machen nicht wirklich glücklich. Dennoch leben viele Männer in Deutschland genau so - aus Angst, ihre Familien zu zerstören, die Kinder zu verlieren, beruflich und privat ins Abseits zu geraten.

"Die Nachricht 'Papa ist schwul' ist erst mal gar nicht so bei mir angekommen sondern eher: 'meine Eltern trennen sich'. Ich war wie gelähmt."
Anna-Lena Wingerter

Anna-Lena Wingerter weiß, wie es ist, wenn der eigene Vater sich für den ehrlichen Weg entscheidet. Ihr Papa hatte sein Coming-out. Anna-Lena hat ihre Erfahrungen und Erlebnisse nach dem Tag X in ihrem Blog papaistschwul.com niedergeschrieben.

​Von Vater-Mutter-Kind zum Regenbogen

In "Eine Stunde Liebe" erzählt sie, wie sehr das Blog ihr dabei geholfen hat alles zu verarbeiten. Dort beschreibt sie, wie sich in den Jahren nach dem Outing ihre Familie vom Vater-Mutter-Kind-Modell zu einer Regenbogenfamilie verändern hat - und verändern musste.