Das gleiche Produkt, vom gleichen Onlineshop - aber auf der deutschen Seite teurer als auf der französischen. Schuld ist meist Geoblocking, das EU-Bürger vom Einkaufen im europäischen Ausland abhalten soll. Das schafft das EU-Parlament jetzt ab.

Eigentlich passt Geoblocking nicht mehr so richtig in ein vereintes Europa: Streamingdienste und Onlineshops nutzen das, um in verschiedenen Ländern ihre Produkte zu verschiedenen Preisen anzubieten. Disneyland Paris verkauft zum Beispiel Eintrittskarten im Internet zu unterschiedlichen Preisen, je nachdem aus welchem Land die Anfrage kommt. Will etwa der spanische Kunde Eintrittskarten zum billigeren Preis auf der deutschen Disneyland-Seite bestellen, wird er wieder auf seine "Heimatseite" umgeleitet – und muss den höheren Preis bezahlen. 

Diskriminierendes "Country Pricing"

Onlineshops können Geoblocking recht leicht einrichten, denn im Netz lässt sich die Herkunft der Kunden leicht kontrollieren. Aber das ist eigentlich ziemlich diskriminierend. Und im Prinzip nichts anderes, als wenn der Verkäufer im Supermarkt die Ausweise kontrollieren würde – und eine Britin fünf Euro, eine Deutsche aber nur einen Euro für ein Bier zahlen müsste. Country Pricing sozusagen. Ein bisschen wie Gender Pricing, bei dem Frauen zum Beispiel für einen Haarschnitt mehr zahlen müssen als Männer.

Zumindest mit dem Country Pricing ist jetzt Schluss: Ab November zahlen EU-Bürger beim Onlineshopping unabhängig von ihrem Heimatland den gleichen Preis. Außerdem können Kunden auch die heimische Kreditkarte nutzen. Allerdings gibt es einen Haken: Die Händler sind nicht gezwungen, auch ins Ausland zu liefern.

"Liefern muss ein Händler aber nicht ins Ausland. Wenn er darauf keinen Bock hat, müssen die Kunden die Lieferung selbst organisieren oder die Ware abholen."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova

Geoblocking bei Streamingdiensten schon letztes Jahr eingeschränkt

Für Streamingdienste wurde das Geoblocking übrigens schon im Mai 2017 eingeschränkt: Ab März kann jeder, der in Deutschland Netflix oder SkyGo hat, sein Abo auch im europäischen Ausland nutzen. Für kostenlose Angebote gilt das allerdings nicht. Filme in der ARD-Mediathek müssen auch dann nicht im Ausland bereitgestellt werden – aus urheberrechtlichen Gründen.