Zwei Forscher aus den USA haben Daten von der Mondoberfläche ausgewertet und sagen jetzt, dass es viel mehr Wasser auf dem Mond gibt als bisher angenommen.

Zwei Forscher aus den USA haben Daten ausgewertet, die die indische Mondsonde Chandrayaan-1 vor fast zehn Jahren aufgenommen hatte. Ihr Ergebnis: Auf dem Mond ist viel mehr Wasser als wir bisher angenommen haben. Und zwar an Stellen, die aussehen, als wären dort irgendwann mal Vulkane aus dem Mondinneren ausgebrochen. 

"Das Ganze hat sich also vor sehr langer zeit abgespielt, als es auf dem Mond noch aktiven Vulkanismus gab."
Michael Büker, Wissenschaftsjournalist

Lange Zeit galt der Mond als sehr trocken. Diese Vermutung hängt zusammen mit seiner Entstehungsgeschichte: Die meisten Wissenschaftler halten es für wahrscheinlich, dass der Mond ein Stück Erde ist. Dieses Stück soll irgendwann, als die Erde noch sehr jung war, bei einer Kollision mit einem anderen Himmelskörper herausgeschlagen worden sein. Bei diesem Zusammenstoß muss es eine große Hitze gegeben haben. Und diese Hitze könne das Wasser nicht überlebt haben - so die bisher gängige Meinung. 

Kleiner noch als Schneeflocken

Das Wasser, dass die Wissenschaftler jetzt entdeckt haben, ist schon eher flüssig, beziehungsweise gefroren, erklärt der Wissenschaftsjournalist Michael Büker: "ganz winzig, kleiner noch als Schneeflocken, winzige Gruppen Wassermoleküle, die sich im Gestein festgesetzt haben."

"Das heißt die Forscher sagen jetzt: Es gibt auch Wasser im Innern des Mondes, wo man bisher gar keins vermutet hatte."
Michael Büker, Wissenschaftsjournalist

Woher das Wasser stammt? Darüber rätseln die Forscher noch. Bisher dachten sie, dass es zum Beispiel durch Kometeneinschläge dorthin transportiert worden ist. Das spannende an der neuen Entdeckung: Durch die Nähe zum Vulkangestein sieht es so aus, als sei das Wasser aus dem Innern des Mondes gekommen.