Es gibt nur wenige Menschen, die über 110 Jahre alt sind, deswegen auch wenige Daten. Ein Altersrekord von über 130 Jahren halten Forschende dennoch für möglich.

Die Französin Jeanne Calment ist mit 122 Jahren verstorben, demzufolge soll sie der älteste Mensch sein, der bisher gelebt hat.

Rund 300 bis 450 Menschen gibt es weltweit, die 110 oder älter sind. In der Fachsprache werden sie Super-Centennarians und Semi-Super-Centennarians genannt.

Forschende haben die vorhandenen Daten analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass Menschen sogar über 130 Jahre alt werden können.

"Bisher gibt es so wenige sehr alte Menschen, dass wir einfach nicht genug darüber wissen, wo die biologischen Altersgrenzen unseres Körpers liegen."
Veronika von Borries, Deutschlandfunk Nova

Die Forschenden haben zwei verschiedene, recht gut dokumentierte Datenbanken zu hochbetagten Menschen als Grundlage genommen – die eine aus Frankreich, die andere aus Italien.

Grundsätzlich gilt, überhaupt 100, 105 oder sogar 110 Jahre alt zu werden, ist schon sehr unwahrscheinlich. Denn die Wahrscheinlichkeit, vor dem 100. Geburtstag zu sterben, liegt bei 95 Prozent.

Wenn allerdings ein Mensch aber erst einmal hochbetagt ist, also das Alter von 105 Jahren erreicht hat, nimmt das Risiko, im folgenden Jahr zu sterben, kaum noch zu.

Ab dem 107. Lebensjahr nimmt die Wahrscheinlichkeit zu sterben nicht mehr zu

Im Laufe des Lebens verändert sich für einen Menschen das Risiko zu sterben. Das messen Statistiker gerne an der Wahrscheinlichkeit, dass man im nächsten Jahr noch am Leben ist.

  • Bei mittelalten Menschen ist diese Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch.
  • Mit fortschreitendem Alter nimmt diese Wahrscheinlichkeit ab, dass man das nächste Jahr noch erlebt. (Zum Beispiel durch Krankheiten.)
  • Irgendwann ist es rein statistisch gesehen wahrscheinlicher, dass wir das folgende Jahr nicht erleben werden. (Tod durch Krebs, Herzinfarkt, eine Grippe oder einen Unfall)

Dann gibt es aber auch die Menschen, die viel Glück haben und sehr gesund sind. Wenn diese Menschen das 107. Lebensjahr erreicht haben, liegt ihr Risiko, im nächsten Jahr zu sterben, statistisch gesehen etwa bei 50:50, sagen die Forschenden.

Diese Gefahr steigt zudem auch nicht. Zumindest sind keine Zusatz-Sterberisiken erkennbar, die darauf hindeuten, dass dieses Risiko sich noch einmal zu Ungunsten der Hochbetagten verändert.

"Das sind statistische Daten, keine biologischen. Das gilt eh erst einmal nur für sehr wenige Menschen, und zwar vor allem für diejenigen in den reicheren Ländern.
Veronika von Borries, Deutschlandfunk Nova

Ab etwa 107 Jahren liegt das Sterberisiko bei 50 Prozent. Zudem sinkt die allgemeine Sterblichkeit der Menschen in den Industrieländern.

In Zukunft wird es somit statistisch gesehen mehr Menschen geben, die älter als 107 Jahre alt werden. Daran angelehnt kommen die Forschenden zu dem Schluss, dass es bis Ende dieses Jahrhunderts einen Menschen gibt, der das Alter von 130 Jahren erreicht.