Was hat Jay-Z eigentlich nicht? Erst erfolgreicher Rapper, dann Musikproduzent (und natürlich Beyonce plus Family). Mittlerweile hat er sich zum Super-Businessman gewandelt. Ein Rundflug über das Geschäfts-Imperium von Mr. Carter.

Der Verkauf von Tidal ist eigentlich ein Mosaiksteinchen in Jay-Zs Geschäftsmodell. Aber ein äußerst lukratives. Vor knapp zwei Jahren hat Jay-Z alias Shawn Corey Carter die Musik-Plattform groß aufgezogen. Sein Versprechen: Mehr exklusive Künstler, mehr Fairness für Musiker, Fans und einen besseren Sound. Jetzt hat er verkauft und dabei seine investierten 56 Millionen Dollar wieder herausgeholt. Etwa 144 Millionen Dollar Gewinn (vor Steuerabzug) soll er gemacht haben.

Und auch sonst weiß er, wie sich Geschäfte aufziehen lassen und weiterverwerten lassen. Allen voran sein Modellabel "Rocawear". "Da hat er inzwischen zwar die Markenrechte verkauft, aber er bekommt immer noch schön Anteile am Gewinn", sagt USA-Korrespondent Wolfgang Stuflesser. Außerdem gibt es da noch sein Plattenlabel Rocnation, bei dem Musiker wie Rihanna oder Shakira unter Vertrag stehen.

Expansion des Roc-Imperiums

Mittlerweile gibt es auch noch "Rocnations Sports", eine Agentur zur Sportvermarktung. Da managed Jay-Z - beziehungsweise seine Firma - unter anderem Fußball-Nationalspieler Jerome Boateng.

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Legend Jay Z! #Sport x #Music @rocnation

Praktischerweise lassen sich Jay-Z Geschäftsabschlüsse dann in der Nachtclub-Kette 40/40 feiern, bei der er Anteilseigner ist. Mieten kann man da übrigens auch die VIP-Lounge, die bestechenderweise gleich Jay-Z-Lounge heißt. Zum Traum von Rap-Lifestyle passt auch, dass er seine eigene Champagnermarke hat. Alles Branchen, in denen er als Musiker viele Kontakte hat und nutzen kann. Weniger lifestylig sind nur seine Investitionen in eine Immobilienfirma.

Selbst was vom Dealen gelernt

Wie groß sein Vermögen tatsächlich ist, dazu gibt es nur Schätzungen, sagt USA-Korrespondent Wolfgang Stuflesser "gerade weil er in so vielen Geschäften die Finger drin hat". So zwischen 500 und 600 Millionen Dollar aber dürften es bereits sein. Da ist es dann auch nicht so schlimm, wenn sich nicht jedes Geschäft als Goldgrube erweist. Seine Anteil am Basketball-Team "Brooklyn Nets" konnte er nur mit Verlust wieder verkaufen. Auch der Vertrieb eines eigenes Parfums lief nicht so erfolgreich wie erwartet - was eine Klage seines Businesspartners nach sich zog.

In einem Interview mit Vanity Fair sagte Jay-Z einmal, dass er gelernt hätte, wie man mit Budgets umgehen muss, als er als Teenager Drogen dealte. Und genauso wie mit dieser Zeit weiß Jay-Z offenbar auch bei seinen heutigen Geschäften, wann Schluss ist. Der Marktwert von Tidal ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Ob sich mit dem laufenden Geschäft aber auch langfristig hohe Gewinne einfahren lassen, das sehen Experten kritisch.