Darth Vader ist ein glatter, glänzender Technik-Zombie, nicht tot und auch nicht richtig lebendig. Sein Körper wird durch technisches Enhancement am Leben gehalten. Ein Zombie, der in unsere digitale Welt passt, sagt der Autor Jens Balzer.

Zombies sind Wesen, die eigentlich schon längst tot sind. Doch irgendwie wurden sie wieder aufgeweckt und geistern dann in unheimlichen Körpern unter den Menschen herum. Der Autor und Popkultur-Kritiker Jens Balzer erklärt in seinem Vortrag, warum Zombie-Geschichten viel über unsere politischen Probleme verraten.

"Alle wesentlichen Attribute der Zombies treffen auf Darth Vader zu, bloß sind sie bei ihm techno-futuristisch überhöht."
Jens Balzer, Autor

An den Anfang seines Vortrags stellt Balzer einen Zombie, der niedlich "Bombie" genannt wird und Entenhausen unsicher macht. Dieser Zombie ist beauftragt, sich an Onkel Dagobert zu rächen, aber stattdessen erwischt es seinen Neffen Donald Duck. Schon bei Bombie, dem Zombie, werden in Comicform ganz große Themen verhandelt: Rassismus und Kolonialismus, karibische Freiheitskämpfe und kapitalistische Unterdrückung.

"Heute würde man sagen, Darth Vader ist noch am Leben, weil sein sterblicher Körper mit Enhancements optimiert und unsterblich gemacht wurde."

Für uns heute passt ein Zombie mit schmuddeliger Kleidung und fiesem Mundgeruch aber nicht so ganz. Darth Vader passt da viel besser. Er hält sich nur künstlich am Leben und schwingt sich trotzdem zum diktatorischen Herrscher der Welt auf. Das komme dem, wie Silicon Valley heute funktioniere, ziemlich nahe, sagt Balzer.

"Was ist Facebook anderes als die Rückführung einer einstmals demokratischen Kommunikationsform in ein monarchisches System – mit Marc Zuckerberg als mal mehr mal weniger gütigem Herrscher?"
Jens Balzer, Autor

Jens Balzers Vortrag hat den Titel "Zombies – Über die Untoten in Politik und Popkultur". Er hat ihn am 25. Februar 2019 in Berlin gehalten im Rahmen der Vortragsreihe "Auf der Höhe – Diagnosen zur Zeit" der Heinrich-Böll-Stiftung.