Nachdem der Bundestag schon mehrheitlich für die Ehe für alle gestimmt hat, gibt auch der Bundesrat grünes Licht. Eine Stunde Liebe über rechtliche Fragen, die seit zwei Jahren eingeführte gleichgeschlechtliche Ehe in den USA, und über den Mann, der die Gesetzesänderung in Deutschland ins Rollen gebracht hat.

Nach Bundestag und Bundesrat könnte es bald  in Paragraf 1353 des Bürgerlichen Gesetzbuches heißen: "Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen."

Eine Stunde Liebe spricht mit dem Mann, der mit seiner Frage an Kanzlerin Merkel bei der Podiumsdiskussion der Frauenzeitschrift "Brigitte" die Abstimmung überhaupt erst möglich machte: Ullli Köppe, 28, seit zwölf Jahren mit seinem Freund zusammen, wollte wissen, wann er endlich richtig heiraten könnte. Jetzt ist das offenbar ab dem 1. Oktober möglich. Nachdem das geklärt ist, müssen Schwule und Lesben sich für andere Länder stark machen, meint Köppe.

Ulli Köppe
© Ulli Köppe | © olandsfokus I photocase.de
Ulli Köppe hat die Abstimmung im Bundestag in Gang gebracht.
"Letzte Woche wurden in der Türkei die CSD-Demonstrationen niedergeprügelt und wir empfangen den türkischen Staatsminister zum G20-Gipfel, das ist ein schwieriges Thema. Da gibt es aus unserer Community die Notwendigkeit darauf aufmerksam zu machen."
Ulli Köppe

Ulli Köppe ist bei den anstehenden Christoper-Street-Day-Paraden in Deutschland dabei, und will sich weiter politisch einsetzen, aber auch die Ehe für alle feiern.

Auch wenn der Bundesrat die Gesetzesänderung gebilligt hat, könnte es aber noch zu Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe kommen. Der bayerische Justizminister Winfried Bausback erklärte im Namen seiner Landesregierung, die Ehe sei eine Verbindung von Mann und Frau. Das Gesetz werfe schwierige verfassungsrechtliche Fragen auf

Ehe für alle in den USA

In den USA  hat der Supreme Court am 26. Juni 2015 die sogenannte Homo-Ehe für alle Bundesstaaten in den USA als legal erklärt. In den vergangenen zwei Jahren haben laut UCLA mehr als 150.000 gleichgeschlechtliche US-Paare geheiratet. Doch auch 62 Prozent aller US-Amerikaner die Ehe für alle befürworten, gibt es für viele Paare auch Probleme.

"In 30 Bundesstaaten können Paare zwar legal heiraten, aber sie laufen trotzdem Gefahr gefeuert zu werden, keinen Kredit zu bekommen, aus ihrer Wohnung zu fliegen, oder im Restaurant nicht bedient zu werden."
Winnie Stachelberg, Center for American Progress