Pommes sind ungesünder als Kartoffeln. Obst ist besser für uns als Pudding. Doch die Information alleine ändert wenig an unserem Ernährungsstil. Eine neue Studie zeigt, was wirklich helfen kann.

Eigentlich wissen wir ja, was gesund ist: Obst, Gemüse, Salat, nicht zu fettig und nicht zu viel Zucker. Aber sich daran zu halten, ist gar nicht immer so leicht. Wissenschaftler forschen deshalb immer weiter daran, wie sie uns zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung bringen können. Eine neue Untersuchung beschäftigt sich mit dem Marketing von Lebensmitteln in Restaurants und Supermärkten. Und der Roller der Nudges.

Essverhalten von Außen beeinflussen

Nudging ist ein Begriff aus der Wirtschaftsforschung, der beschreibt, wie Menschen durch einen kleinen Schubs oder Stups in eine bestimmte Richtung getrieben werden können. Es geht also um die Frage, welche Nudges uns dazu bringen können, gesünderes Essen zu konsumieren.

In einer Meta-Studie haben sich die Forscher aus Frankreich knapp 100 Experimente angeschaut und zusammen ausgewertet. Dabei haben sie diese Nudges ausgemacht, man könnte auch von Kriterien sprechen, die unser Essverhalten beeinflussen:

  • Informationen zu den Nährwerten
  • Sichtbarkeit im Supermarkt
  • Aufruf zur gesunden Ernährung
  • Emotionen wecken
  • (Angepriesener) Geschmack
  • Portionsgröße
  • Menüzusammenstellung

Portionsgröße am wichtigsten

Am stärksten beeinflussen uns die Portionsgröße und die Menü-Zusammenstellung:

Wenn wir ein Menü bestellen, in dem automatisch Obst als Nachtisch dabei ist, essen wir diesen Apfel beispielsweise viel eher als wenn wir uns das Obst selbstständig dazu nehmen müssten. Selbst wenn daneben stünde, dass der Apfel viele Vitamine enthält und vor Erkältung schützt, sorgt diese Information nicht immer dafür, dass wir auch zugreifen. Nährwerttabellen auf Produkten oder Lebensmittel-Ampeln haben also eine vergleichsweise geringere Wirkung auf uns.

"Immer wenn gesundes Essen Standard wird - wenn der Nachtisch Obst ist statt Crème brûlée - das wirkt."
Anneke Schaefer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Etwas stärker als auf reine Informationen reagieren wir auf Emotionen: Wenn auf einem Saft "Vitaminbombe" steht, greifen wir eher zu, als wenn wir eine grüne Lebensmittelampel sehen würden. Oder wenn die Bedienung im Restaurant einen gesunden Salat als sehr lecker anpreist, hat das auch eine positivere Wirkung als die nüchterne Information.

Gesundes Essen in der Mitte des Supermarktregals

Am stärksten wirken also Mechanismen, die an unserem Verhalten ansetzen. Wenn das gesunde Essen im Supermarkt in der Mitte des Regals platziert wird und die ungesünderen ganz oben und unten, ändert es am meisten an unserer Ernährung.

Um die Einflüsse zu messen, haben die Forscher Formeln aufgestellt, um die Experimente vergleichbar zu machen. Als Ergebnis erhielten sie Kalorienangaben, die sie in Zuckerwürfel dargestellt haben. Über bessere Information konnten die Probanden sechs Würfel einsparen, über die Emotionen waren es schon 13 und in der letzten Kategorie der direkten Beeinflussung wurden am Tag 21 Zuckerstückchen eingespart.