Vier Tage Verschnaufpause zwischen Weihnachten und Neujahr, die kann unsere Leber sehr gut gebrauchen. Um sie zu unterstützen, müssen wir allerdings aktiv werden.

Gänsebraten, Rouladen, Schokolade, eine Flasche Wein, noch ein Braten, Kuchen, ein bisschen Bier, ein Schnaps zum Verdauen - Puuh! Weihnachten ist verdammt anstrengend. Übrigens auch für die Leber. Zum Glück aber kann die Leber verzeihen. Zumindest in Maßen, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Martin Schütz.

Die Leber, dein schüchterner Freund

"Die Leber ist ein ziemlich strapazierfähiges Organ", sagt Martin Schütz. Bei ihrem Job als Entgiftungsorgan speichert sie allerhand Stoffe wie Vitamine, Zucker oder Eiweißbausteine. Ihre bekannteste Aufgabe ist aber diese: Energie, die wir durch Essen und Alkohol zu uns genommen haben, lagert sie auch als Fett ab. Und wir können sie dabei unterstützen, dieses Fett wieder loszuwerden.

Christian Trautwein, Professor für Gastroenterologie und Stoffwechselerkrankungen an der Uniklinik RWTH Aachen sagt, zwei Tage mehr zu essen, kann die Leber wieder ausgleichen, wenn wir direkt danach weniger essen, mehr Sport machen und uns bewegen. So helfen wir, das frische Fett wieder los zu werden.

"Wenn das in diesem Zusammenhang ist, darf man auch ein, zwei Tage mehr essen und mehr trinken. Man muss aber drauf achten, dass man danach dieses Fett wieder entsprechend verbraucht."
Christian Trautwein, Professor für Gastroenterologie und Stoffwechselerkrankungen, Uniklinik RWTH Aachen

Das heißt, statt Binge-Watching-Marathon, um sich von den vollen Weihnachtstagen zu erholen, lieber die Joggingschuhe schnüren.

Wer jetzt denkt: "Ach, mit der Leber habe ich kein Problem", dem sei eine andere Eigenschaft der Leber näher gebracht. Sie ist nämlich ziemlich zurückhaltend, wenn es darum geht sich bemerkbar zu machen. "Wir merken es kaum, wenn wir über einen längeren Zeitraum die Leber schädigen", erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Martin Schütz. Ob sich etwa eine Fettleber gebildet hat oder, die Leber durch zu viel Alkohol vernarbt ist, macht sich zumeist nur in den Blutwerten bemerkbar.

Ausgleich schaffen

Ein paar Faustregeln können helfen, die Leber besser in Balance zu bringen. Wer also regelmäßig Alkohol trinkt, sollte mindestens zwei Mal in der Woche nichts trinken. Und wirklich verträglich sind auch nur kleine Mengen:  Beim Mann sind das 25 Gramm Alkohol, entspricht einem viertel Liter Wein oder etwas mehr als eine Flasche Bier, bei einer Frau ist es nur die Hälfte.

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Wem das total unrealistisch erscheint, der muss dann schon größere Geschütze auffahren, damit es der Leber langfristig gut geht. Um sich zu regenerieren, empfehlen Mediziner eine längere Pause einzulegen. Am besten ein paar Wochen absolute Abstinenz und danach viel Bewegung und mehr Disziplin beim Essen und Trinken. Denn: Obwohl die Leber sehr schüchtern ist, richtig ungemütlich werden kann sie, wenn wir sie immer vernachlässigen. Dann spielt sie ihre zentrale Position im Körper aus.

"Da die Leber so zentral im Körper ist, führt eine chronische Entzündung der Leber auch zu Veränderungen in der Niere, im Gefäßsystem und Herzen. Somit kommt es auch zu sekundären Schäden in anderen Organen."
Christian Trautwein, Professor für Gastroenterologie und Stoffwechselerkrankungen, Uniklinik RWTH Aachen