Dreckiges Operationsbesteck ist ein Riesenproblem beispielsweise in ländlichen Gegenden Afrikas, wo es keine Stromversorgung gibt. Südlich der Sahara haben 70 Prozent der Menschen keinen Strom. Ein medizinischer Rucksack könnte die Lösung sein.

Raphael Schönweitz, Martin Reh und Philipp Odernheimer haben im Rahmen ihres Ingenieursstudiums eine erste Version des medizinischen Rucksacks entwickelt. Mit dem Rucksack wäre jeder Arzt immer mit keimfreiem OP-Besteck versorgt - ganz ohne Strom.

Mobile Sterilisation

An dem Rucksack sind Solarkollektoren angebracht, über die Energie gewonnen wird, erklärt Raphael Schönweitz. Mit dieser Energie wird in einer Kammer des Rucksacks das OP-Besteck gereinigt. Das funktioniere wie in einer Haushaltsspülmaschine, sagt Raphael. Das gereinigte Besteck wird dann in einer weiteren Kammer bei weit über 120 Grad sterilisiert. Danach sei das Besteck so sauber und keimfrei wie in einem deutschen Krankenhaus, behauptet Raphael.

"Jetzt geht es darum die Einzelkomponenten in eine Rucksack-Prototypen zu integrieren. Dafür machen wir eine Crowdfunding-Aktion."
Raphael Schönweitz, Rucksackspende

Im Rucksack befindet sich auch eine Wasseraufbereitungsanlage, weil eventuell vor Ort auch kein sauberes Wasser vorhanden sei, erklärt Raphael. Denn ohne sauberes Wasser, kein sauberes Operationsbesteck.

Ziel in greifbarer Nähe

Das Projekt stehe kurz vorm Abschluss, ist sich Raphael sicher. Die Einzelkomponenten würden alle funktionieren und erfüllen alle notwendigen europäischen und deutschen Normen. Jetzt müssen die Ingenieure die Einzelkomponenten, die zusammen noch Schrankgröße haben, auf Rucksackgröße eindampfen und alles optimieren.

Auslöser für die Idee sei bei Raphael ein sechswöchiger Aufenthalt in Tansania gewesen. Dort sei er direkt nach seinem Abitur hingefahren und habe gesehen, wie schlecht die hygienischen Bedingungen dort seien. Zurück in Kassel hat Raphael mit zwei Kommilitonen dann die Rucksack-Idee entwickelt.

Kauft Spendenrucksäcke!

Der Rucksack soll dann weltweit von Regierungen, Organisationen oder Unternehmen gekauft werden, die die Rucksäcke in die bedürftigen Regionen spenden - daher der Name Rucksackspende. Das Geld für ihr Projekt sammeln die drei Entwickler per Crowd. Die Fundingschwelle haben sie bereits erreicht. Das Fundingziel mit 40.000 Euro scheint in greifbarer Nähe.

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