An vielen Unis sind ab dem Sommersemester wieder Vorlesungen und Seminare in Präsenz angesagt. Malinas Studierendenleben war bisher von Online-Vorlesungen bestimmt. Jetzt freut sie sich auf echte soziale Kontakte. Simon dagegen schätzt die Vorteile von Online-Veranstaltungen.

Malina, 28, kommt jetzt ins vierte Semester. Sie studiert Gesundheitsökonomie an der Uni Köln und hat die ersten beiden Semester nur Online-Veranstaltungen gehabt. Das ändert sich nun: "Endlich mal die Leute richtig sehen, die man schon seit anderthalb Jahren kennt", gemeinsam in die Mensa gehen oder einen Kaffee trinken sei endlich möglich.

"Es macht einfach keinen Spaß, alleine dazusitzen, und es ist sehr frustrierend, nicht in die Uni gehen zu können."
Malina sieht das erste Mal die Uni von innen

Es fehle einfach der Austausch mit den anderen Studierenden und den Dozenten und Dozentinnen. Gerade für sie als Erstsemester hätte es eine große Überwindung bedeutet, in einer Online-Vorlesung eine Frage zu stellen oder jemanden anzusprechen. Deshalb findet sie bislang ihr Studium auch nicht so toll, obwohl die Online-Veranstaltungen gut funktionieren würden.

Mehr Flexibilität durch Online-Veranstaltungen

Auch Simon, 30, ein Kommilitone von Malina, war unglücklich mit der Studiensituation im ersten Semester.

Simon
© Simon
"Ich hatte mich auf Präsenz-Uni gefreut."
Simon studiert in Köln Gesundheitsökonomie

Er hatte sich auf das Uni-Leben und den Austausch mit anderen Studierenden und Dozenten und Dozentinnen gefreut. Im ersten Semester hat Simon eine WhatsApp-Gruppe gegründet, um mit anderen Kommilitonen und Kommilitoninnen zusammen für Prüfungen in Präsenz zu lernen. So hatte er dann in den ersten beiden Semestern doch echten Kontakt zu anderen Studierenden, wobei auch Freundschaften entstanden seien.

Doch dann, nachdem er zwei Semester die Uni nicht einmal von außen gesehen hatte und alle Veranstaltungen nur online waren, merkte er im dritten Semester, dass die Online-Lehre für ihn gar nicht so schlecht funktioniert.

"Im dritten Semester, das hybrid abgelaufen ist, zwei von vier Kursen waren in Präsenz, habe ich gemerkt, dass mir die Online-Lehre lieber war."
Simon hat sich an das Online-Studium gewöhnt

Beim Online-Studium könne er sich den Studientag viel flexibler zusammenstellen und selbst entscheiden, wann und wo er die Vorlesung anhört. Außerdem habe er den Vorteil bei aufgezeichneten Vorlesungen, dass er sie sich auch mehrmals anhören kann, gerade bei Inhalten, die etwas schwieriger zu verstehen sind. Wenn er, wie gerade jetzt, krank ist, dann könne er online trotzdem an den Veranstaltungen teilnehmen.

Jetzt mit der Präsenz-Uni wird es für ihn viel schwieriger, das Studium mit seinem Nebenjob unter einen Hut zu bringen. Würde das flexibel gehandhabt werden, also dass er entscheiden könnte, ob er online oder in Präsenz teilnimmt, könnte er das besser mit seinem Job abstimmen.

"Ich kann besser lernen und mich besser konzentrieren, wenn ich nicht zu Hause sitze."
Simon sieht auch Vorteile von Präsenzveranstaltungen

Auch wenn es für seinen Alltag Vorteile hat, vor allem online zu studieren, muss er eingestehen, dass er in der Uni besser lernt als zu Hause. Das funktioniere auch in der Bibliothek - eben an einem Lernort, der nicht das Zuhause ist.

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  • Ab 21
  • Moderatorin:  Shalin Rogall
  • Gesprächspartnerin:  Malina, freut sich auf die Uni
  • Gesprächspartner:  Simon, sieht Nachteile durch die Präsenzveranstaltugen