Denken wir an Tornados und Überschwemmungen, kommen vielen von uns wohl als erstes Bilder aus den USA in den Sinn. In verschiedenen Regionen spüren die Menschen die Folgen des Klimawandels extrem. Das prägt natürlich das Bewusstsein der jungen Generation – und es prägt die Inhalte an den Universitäten. Nicht selten werden "climate studies" in bestehende Studiengänge integriert.

Bellingham liegt im US-Bundesstaat Washington. Mitte November 2021 regnete es ohne Ende. Es war eine Jahrhundertflut, der nationale Notstand wurde ausgerufen. Straßen waren gesperrt, Häuser standen unter Wasser und die Uni fiel aus.

Einige Studierende der Western Washington University, kurz WWU, nutzen die Zeit, um aktiv zu werden. Zum Beispiel Solomon Duke. Der 20-Jährige studiert seit drei Jahren Energiewissenschaften an der WWU. Und er will das "Climate Leadership Certificate" machen. Dafür hat er in verschiedenen Kursen und Workshops sein Wissen über Nachhaltigkeit und Klimakrise vertieft.

Die Klimakrise besser verstehen

Das Zertifikat ist 2021 in die erste Runde gestartet. Damit können Studierende wie Solomon Duke bei künftigen Arbeitgeber*innen nachweisen, dass sie sich intensiv mit Themen der Nachhaltigkeit und Klimakrise beschäftigt haben.

Zur Prüfung gehört eine Powerpoint-Präsentation vor rund zehn Personen, die dem Präsidium der WWU angehören. In Solomon Dukes Vortrag ging es um die Wichtigkeit, vor Ort an den Universitäten mit der Arbeit zu beginnen, um einen Wandel mit anzustoßen.

"Universitäten wie die WWU sind Mikrokosmen für größere Gesellschaften. Das bedeutet, wenn wir hier Erfolg haben, dann kann das zu einem noch größeren Erfolg führen."
Solomon Duke, Student an der WWU

Solomon Duke hat sich schon in der High School für Klimaschutz engagiert. Er will nach dem Studium in der Branche für erneuerbare Energien und Energieeffizienz arbeiten. "Ich will in meinem Job etwas für den Klimaschutz tun", sagt Solomon Duke.

Umweltstudiengänge sind für viele interessant

Lindsey MacDonald ist am WWU die stellvertretende Direktorin des Sustainable Engagement Institute. Sie findet, dass alle Studierenden an der WWU in mindestens einem Kurs dem Thema Nachhaltigkeit begegnet sein sollten.

"Ich habe Studierende, die von Waldbränden und Überschwemmungen aus ihren Häusern vertrieben wurden."
Lindsey MacDonald, stellvertretende Direktorin des Sustainable Engagement Institute, WWU

Viele Dozent*innen aus den unterschiedlichen Fachbereichen bauten die Themen Klima und Nachhaltigkeit freiwillig in ihren Unterricht ein. Aber das sollte zur Pflicht werden, findet Lindsey MacDonald. Auch weil das Interesse unter den Studierenden wachse. Denn viele mussten inzwischen selbst die Folgen der Klimakrise erleben, weil ihre Familien in Folge von Waldbränden oder Überschwemmungen ihre Häuser teils verloren haben.