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Die Zahl der Studierenden ist so groß wie nie zuvor – genauso wie die Zahl der Studienangebote in Deutschland. Dabei findet inhaltlich eine große Ausdifferenzierung und Spezialisierung statt – was Vor- und Nachteile hat.

21.000 verschiedene Studienangebote werden momentan an Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland angeboten. Zu diesem Ergebnis kommt das Centrum für Hochschulentwicklung, eine gemeinnützige GmbH, die zur Bertelsmann Stiftung gehört. Das Centrum hat eine aktuelle Analyse für die Jahre 2016 bis 2021 vorgelegt. Demnach ist der Umfang der Studienangebote auch in den Jahren zuvor beachtlich gewachsen. Die Vielzahl der neuen Angebote haben sich laut Analyse private Bildungsunternehmen überlegt.

Insgesamt sind das 14 Prozent mehr Studienangebote als noch im Jahr 2016. Ein Drittel der neuen Angebote seit 2020 hat einen englischen Namen. Statistisch auffällig sind die Begriffe Management, digital und Sustainability. Zur Einordnung: Rund 19 Prozent der neuen Angebote trägt den Begriff.

Rekordzahl an Studierenden

Angesicht eines Höchststands bei der Zahl der Studierenden ist die Angebotsvielfalt nicht überraschend, findet Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Carolin Bredendiek. Knapp drei Millionen Studierende waren es im Wintersemester 2020/2021.

Außerdem sind auch in der Zeit zwischen 2016 und 2021 noch Studiengänge auf Bachelor und Master umgestellt worden. Beispielsweise im Gesundheits- und Medizinbereich ist für manche Berufe, die früher Ausbildungsberufe waren, heute ein Studium erforderlich.

Ausdifferenzierung beim Masterangebot

Eine besondere Ausdifferenzierung des Angebots lasse sich bei den weiterführenden Studienangeboten feststellen, sagt Cort-Denis Hachmeister. Er hat die Untersuchung für das Centrum für Hochschulentwicklung durchgeführt.

"Die Hochschulen versuchen sich voneinander abzugrenzen, insbesondere im Masterstudiengang. Was früher Vertiefungsrichtungen waren, wird jetzt als eigener Studiengang angeboten."
Cort-Denis Hachmeister, Centrum für Hochschulentwicklung

Auffällig ist auch der deutliche Zuwachs des Angebots im Bereich der Psychologie. Zum Beispiel: Gesundheitspsychologie, Wirtschaftspsychologie und Ingenieurpsychologie. Letzteres hat die staatliche Hochschule Furtwangen in Baden-Württemberg im Angebot.

Die Vielfalt des Angebots und die daraus folgende Spezialisierung hat auch Schattenseiten, sagt Monika Becker. Sie arbeitet bei der Hager Unternehmensberatung. Sie sagt, manche ihrer Kund*innen stiegen teilweise bei Studienabschlüssen in Lebensläufen von Bewerberinnen und Bewerbern nicht mehr richtig durch. Bei ihr persönlich wecke ein unbekannter Studienabschluss allerdings erstmal Interesse.

"Diese Ausdifferenzierung ist einerseits großartig, führt aber auch zu einer hochgradigen Spezialisierung und einer Verschulung im Studiensystem"
Monika Becker, Hager Unternehmensberatung