Seufzen ist überlebenswichtig. Im Durchschnitt seufzen wir alle fünf Minuten einmal. Täten wir das nicht, würden unsere Lungenbläschen kollabieren, und wir würden sterben.

Seufzer sind immer mit einer Emotion gekoppelt. Wir seufzen, wenn uns etwas besonders schwer fällt, wir nachdenklich, traurig oder melancholisch sind. Das Gefühl wird im Gehirn in einen Impuls umgewandelt, der dazu führt, dass dieser spezielle Atemreflex ausgelöst wird. Unsere Lunge braucht das, um richtig zu funktionieren. Wenn wir nicht seufzen, gelangt nicht genug Sauerstoff in unsere Lungenbläschen. Das würde schlimmstenfalls zum Tod führen.

"Ein Seufzer holt viel mehr Sauerstoff in die Lunge als ein normaler Atmer. Doppelt so viel."
Kathrin Sielker, DRadio Wissen

Forscher der kalifornischen Universität UCLA und der Uni Standford haben jetzt die Stelle im Gehirn ausfindig machen können, die das Seufzen steuert. Dafür wurden die Gehirnaktivitäten von Mäusen untersucht. Dabei stellten sie fest, dass 200 Zellen im Hirnstamm einen Botenstoff absondern, der einen Seufzer auslöst. Die Wissenschaftler vermuten, dass dieses Schaltpult im Gehirn auch andere Atemreflexe wie Gähnen, Schniefen, Husten, Lachen und Weinen steuert.

"Im Grunde geht eine Emotion ans Gehirn, und das Gehirn löst dann den speziellen Atemreflex aus."
Kathrin Sielker, DRadio Wissen

Die Forscher hoffen, dass sie durch diese neuen Erkenntnisse in Zukunft Menschen helfen können, die Lungenprobleme haben. Sie versuchen nun herauszufinden, wie man künstliche Impulse an das Gehirn senden kann, um einen Seufzer auszulösen.

"Die Mediziner wollen irgendwann eine Therapie entwickeln, die im Grunde wie der Botenstoff wirkt und diesen einen bestimmten Knopf drückt, sodass das Atmen künstlich automatisiert wird."
Kathrin Sielker, DRadio Wissen