Wenn wir abnehmen wollen, gilt Intervallfasten als erfolgversprechende Methode. Doch welches Fastenintervall ist dafür am besten? Welche Art des Fastens die langfristigsten Ergebnisse bringt, weiß ein Molekularbiologe.

Wenn wir mit dem Fasten beginnen, also zum Beispiel das erste Mal das Mittagessen weglassen, dann geht unser Körper noch nicht direkt dazu über, die Fettzellen abzubauen. Genau das ist oft das Ziel beim Intervallfasten.

Als Erstes baut unser Organismus den Glykogenspeicher ab, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Martin Krinner. Als Glykogen werden lange Ketten aus Zuckermolekülen bezeichnet, die in der Leber gespeichert werden. Sie sind für den Körper schnell verfügbar, wenn er Energie benötigt, und können diese zehn bis zwölf Stunden liefern.

Beim Intervallfasten essen wir also so lange nicht, bis das Glykogen aus der Leber aufgebraucht ist. Dann erst geht der Körper dazu über, die Fettreserven abzubauen, um sich so die benötigte Energie zu holen.

Mathias Heikenwälder, Universitätsklinikum Tübingen, forscht unter anderem zum Zusammenhang zwischen Fasten und Krebsvorsorge
"Ein Effekt des Fastens ist, dass Wasser und Körpergewicht reduziert werden."

Das Intervallfasten ist anderen Fastenformen gegenüber nicht überlegen, sagt unser Reporter. Aber es funktioniert, bestätigt auch der Molekularbiologe und Wissenschaftliche Direktor des Universitätsklinikums Tübingen, Mathias Heikenwälder.

Ein bisschen Geduld brauche man allerdings schon, um erste Effekte zu sehen.

Studien: 5-2-Fasten bringt langfristige Ergebnisse

Es gibt unterschiedlichste Fastenintervalle, die man ausprobieren kann. Manche schwören auf 16-8: Das heißt, wir fasten 16 Stunden lang und haben dann ein achtstündiges Fenster, um zu essen.

Anderen ist das 14-10-Modell lieber. Das Intervall, in dem wir fasten, muss natürlich auch zum eigenen Lebensstil und Tagesablauf passen, um es durchhalten zu können. Der Molekularbiologe Mathias Heikenwälder beruft sich auf Studien, die die 5-2-Methode als die langfristig effektivste Art des Fastens identifiziert haben.

5-2 bedeutet, das wir fünf Tage lang eine – für unser Alter, Gewicht und Geschlecht – durchschnittliche Zahl an Kalorien zu uns nehmen. An zwei Tagen wird die Kalorienaufnahme dann deutlich reduziert: Wir verzehren dann Lebensmittel, die pro Tag zwischen 300 bis 400 Kalorien liefern.

"Innerhalb von ein, zwei, drei oder vier Tagen bringt es kleine Effekte. Aber die richtigen Effekte, die langfristig wirken, können sich nur durch dieses kontinuierliche Intervallfasten darstellen lassen."
Mathias Heikenwälder, Molekularbiologe und Wissenschaftlicher Direktor am Universitätsklinikum Tübingen
Shownotes
Intervallfasten
Nur zu bestimmten Zeiten essen – was bringt's?
vom 18. Februar 2026
Moderation: 
Sebastian Sonntag
Gesprächspartner: 
Martin Krinner, Deutschlandfunk Nova