BPA, Polyvinylchlorid oder Acetaldehyd – das sind Stoffe, die in Plastikflaschen, Konservendosen oder Verpackungen vorkommen können und teils schon in kleinen Mengen unserer Gesundheit schaden. Die Bundesverbraucherzentrale fordert daher mehr Transparenz - und Verbote für besonders schädliche Stoffe.

"Verbraucher müssen besser über Chemikalien aus Lebensmittelkontaktmaterialien informiert und vor Schadstoffbelastungen geschützt werden", sagt Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Stoffe, die krebserregend, genverändernd oder die Fruchtbarkeit beeinflussen können, sollen ganz verboten werden. Außerdem sollen Verpackungen besser gekennzeichnet werden - EU-weit.

"Geregelt ist das bislang nur für Kunststoffe", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Teresa Nehm. Bei diesen ist festgelegt, welche für Lebensmittelverpackungen genutzt werden dürfen und welche nicht oder nur zu einem bestimmten Anteil. Für andere Werkstoffe gibt es keine einheitlichen Regelungen.

"Zum Beispiel ist es so, dass sich aus Druckfarben aus alten Tageszeitungen, die in recycelter Pappe landen, Mineralöle lösen und auf Lebensmittel übergehen können."
Teresa Nehm, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Dabei sind nicht alle Stoffe, die eingesetzt werden, unproblematisch. Zum Beispiel Bisphenol A (BPA): Der Weichmacher kann in Konservendosen enthalten sein oder in Plastikverpackungen. BPA wirkt hormonell. Außerdem legen Forschungsergebnisse nahe, dass BPA Krebs verursacht. Andere Forschungen kommen zu dem Ergebnis, dass es auf die Menge ankommt. Verboten ist der Stoff bei uns bislang nicht. Mit einer Ausnahme: In Babyprodukten wie Trinkfläschchen oder Schnullern darf BPA nicht enthalten sein.

Problematisch sind neue Stoffe

Problematisch sind aber nicht nur altbekannte Stoffe wie BPA - die Verpackungsindustrie entwickelt sich weiter und setzt immer neue Materialien oder Verfahren ein. Da gebe es Wissenslücken, meint Thomas Tietz vom Bundesinstitut für Risikobewertung: Nicht immer wisse man zu 100 Prozent, welche Substanzen im Herstellungsprozess entstehen.

Und dann wäre da noch das Problem der Verunreinigung - wenn also beispielsweise mehr PVC in einer Verpackung landet, als erlaubt. Das ist verboten, weil PVC krebserregend ist. Deshalb sind auch strenge Kontrollen wichtig.

"Hitze ist immer ein Thema, zum Beispiel bei der PET-Flasche: Die nicht in die knallige Sonne stellen, dann löst sich Acetaldehyd."
Teresa Nehm, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Was wir als Konsumenten tun können: Wir sollten auf Plastik weitestgehend verzichten und zum Essen lieber Geschirr aus Porzellan oder Trinkflaschen aus Glas oder Edelstahl verwenden.

BPA kann sich bei Hitze lösen

In die Mikrowelle oder Spülmaschine sollten nur solche Behälter, die ausdrücklich dafür vorgesehen sind - denn bei Hitze können sich manche Stoffe, etwa BPA, lösen. Außerdem kann es ratsam sein, die Schokolade, die Nudeln oder den Käse aus seiner Plastikverpackung zu befreien und in Glasbehälter umzupacken.

"Je länger die Lebensmittel Kontakt mit der Verpackung haben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Schadstoffe im Lebensmittel landen."
Teresa Nehm, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin