Fatih Akins Romanverfilmung "Der goldene Handschuh" ist schwer zu ertragen. Seine Brutalität spaltete die Berlinale-Besucher: Ist der Film über den Hamburger Serienmörder Fritz Honka zu brutal? Sind die Gewaltszenen zu exzessiv? Wird hier mit dem Opferbild wehrloser Frauen gespielt? - In Eine Stunde Film sprechen Fatih Akin und Hauptdarsteller Jonas Dassler über das polarisierende Mörderporträt.

Wer einen Film über eine wahre Geschichte dreht, hat in der Regel zwei Möglichkeiten: Entweder er geht dokumentarisch-rekonstruktiv vor oder er entscheidet sich für einen Spielfilm mit künstlerischen Freiheiten. Fatih Akin ist den Mittelweg gegangen: Er bleibt in seinem Film nah an den Fakten aus den 70er Jahren, hat als Grundlage für sein Drehbuch aber den Roman über den Fall von Heinz Strunk benutzt. 

Fatih Akins "Der goldene Handschuh": realistisch und brutal

Fatih Akin wollte einen Horrorfilm drehen. Und das ist ihm gelungen. Ein Grusel-Krimi über den brutalen Soziopathen, der der reale Fritz Honka nun einmal war. Aber: Akin glorifiziert ihn dabei nicht. Dieser Fritz Honka, unter Tonnen von Maske herausragend vom erst 22-jährigen Jonas Dassler gespielt, ist eine ziemlich bedauernswerte Gestalt: hässlich, höchst frustriert und nur in der Lage, seine vier Opfer brutal zu ermorden, weil es Frauen sind, die nichts und niemanden mehr zu verlieren haben.

"Die Gewalt schreckt Dich ab. Ich habe Typen gesehen, die auf uns aufgepasst haben während der Dreharbeiten. Die haben den Film gesehen und haben den Kopf geschüttelt. Die waren verstört von der Gewalt."
Fatih Akin über die Kritik an seinem Film

Wir sprechen mit dem Regisseur und seinem Hauptdarsteller über "Der goldene Handschuh" - einen Film, der zu Recht polarisiert und der diese Woche schon in den Kinos anläuft. 

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Eine Stunde Film schaut außerdem auf die anderen Filme der 69. internationalen Filmfestspiele, berichtet von den Highlights der Berlinale und sagt euch, was ihr getrost vergessen dürft.

Außerdem neu im Kino

Neu im Kino in dieser Woche sind außerdem "Vice" mit Christian Bale als Ex-US-Vize-Präsident Dick Cheney, "Mein bester & Ich", das US-Remake von "Ziemlich beste Freunde" mit Bryan Cranston und Kevin Heart, und das Fälscher-Drama "Can You Ever Forgive Me" mit einer ganz ungewohnt unlustigen Melissa McCarthy.