In den vergangenen Tagen sind bei Ausschreitungen in Südafrika mehrere Menschen ums Leben gekommen. Ziel der Attacken sind vor allem Migranten und deren Geschäfte. Grund dafür sei vor allem die Armut der Menschen, sagt unsere Korrespondentin Jana Genth. In anderen afrikanischen Ländern regt sich Widerstand.

Seit Tagen schon dauert die Gewalt in Südafrika an, bei der mehrere Menschen ums Leben kamen. Ziel der Attacken und Plünderungen sind vor allem Migranten aus anderen Ländern. Der Auslöser sei ganz klar die Armut der Menschen, sagt unsere Südafrika-Korrespondentin Jana Genth. Ein Viertel der Menschen sei arbeitslos und habe kein Einkommen. Dafür werde ein Sündenbock gesucht.

"Der Auslöser ist die Armut. Ein Viertel der Menschen ist arbeitslos, die verdienen wirklich überhaupt kein Geld und dafür suchen sie einen Sündenbock."
Jana Genth, Südafrika-Korrespondentin

Attacken wie diese habe es in der Vergangenheit schon häufiger gegeben. Dabei würde es immer um das Gleiche gehen, sagt Jana. Die Südafrikaner behaupten, die Ausländer würden ihnen die Arbeit wegnehmen. Die Ausländer, so unsere Korrespondentin, das seien meist Flüchtlinge, die aufgrund des liberalen Asylrechts in Südafrika auch arbeiten dürften.

Die Menschen haben große Angst

Viele von ihnen seien sehr geschäftstüchtig und auch clever. Mit kleinen Läden in denen sie kochen beispielsweise, bauen sie sich neue Existenzen auf. Zurzeit aber blieben die Läden geschlossen, denn die Menschen hätten große Angst und gehen nicht aus dem Haus.

"Im Augenblick haben diese Menschen richtig Angst. Sie schließen die Läden und bleiben zuhause."
Jana Genth, Südafrika-Korrespondentin

Brennpunkt der Gewalt sei jeweils ein kleines Viertel in Johannesburg und Pretoria. Hier hätten Autos in Flammen gestanden, Scheiben seien eingeschlagen worden, die Polizei hätte mit Gummigeschossen gefeuert. "Das war schon wirklich heftig", berichtet Jana.

Afrikanische Länder wehren sich

Ziel der Gewalt seien Menschen aus Simbabwe, Mozambik, Sambia und Nigeria. Nigeria sei mit Abstand die wirtschaftsstärkste Nation, die hier getroffen werde und die neue Nummer Eins auf dem Kontinent. Vor allem die Nigerianer würden sich wehren und südafrikanische Läden und Firmen in Nigeria angreifen. Mittlerweile habe dort auch die südafrikanische Botschaft geschlossen. Aber auch andere Länder würden ein Zeichen setzen – mit Absagen geplanter Treffen von Staatschefs, Konzerten und Fußballländerspielen zum Beispiel.

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Während die klassischen Medien über die Konflikte berichten, würden die sozialen Medien mit den negativsten Vokabel, die man sich vorstellen könne, übersprudeln. Die Rede sei von Krieg und Hass, es würden Videos gepostet, Menschen würden sich zu Demonstrationen und Randale verabreden.

"Die sozialen Medien sprudeln förmlich über. Da wird richtig Stimmung gemacht. Da reden Menschen schon von Krieg und Hass."
Jana Genth, Südafrika-Korrespondentin

Südafrikas Regierung wirkt unentschlossen

Viele afrikanische Länder und auch die afrikanische Union haben an Südafrika appelliert, endlich etwas zu unternehmen. An der Spitze Südafrikas steht Cyril Ramaphosa. Er und auch der Staatschef Nigerias würden die Gewalt verurteilen, sagt Jana. Ramaphosa habe angeboten, mit den Menschen zu sprechen und ihre Sorgen ernst zu nehmen. Aber, so unsere Korrespondentin, viel sei bisher nicht passiert. Die Polizei wirke nach wie vor überfordert.

Ace Magashule, Generalsekretär der Regierungspartei ANC, sagte, es sei keine ausländerfeindliche Gewalt, sondern kriminelle Banden, die plündern wollten. Stammesfehden sollten in Afrika wirklich nicht mehr ausgetragen werden. Einig und entschlossen, sagt Jana, wirke die südafrikanische Regierung noch nicht.