Transporte mit dem Fahrrad? Das kann auch für Unternehmen eine Option sein. Emissionen lassen sich damit wohl nur in geringem Umfang vermeiden.

In der Stadt kann ein Lastenrad ein Auto ersetzen – also auf kürzeren Strecken. Durch die steigenden Energiepreise gewinnen diese Räder gegenüber Autos noch zusätzlich an Attraktivität – auch bei der gewerblichen Nutzung. In Hannover findet am 20. und 21. September die Nationale Radlogistik-Konferenz statt. Dort trifft sich die Branche und stellt Projekte aus diesem Bereich vor.

"Knapp zehn Prozent der gewerblichen Fahrten in der näheren Umgebung können ersetzt werden, die letzte Meile quasi."

Rund ein Zehntel der gewerblichen Transporte lassen sich einer Untersuchung des Institute of Transport Research in Berlin zufolge mit E-Lastenrädern erledigen.

Das sind nur ein paar Prozent des Transportvolumens, das auf der Straße herumgefahren wird, ordnet Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Kathrin Kühn ein. Entsprechend gering sei der Gesamteffekt bei den Emissionen und eben auch bei den Transportausgaben.

Probleme in der Praxis

Für manche Handwerksbetriebe oder Dienstleister rechnen sich Lastenräder. Aber natürlich müssen sie bereit sein, auf einen gewissen Komfort – im Vergleich mit dem Auto – zu verzichten, etwa bei Regen. Die Berliner Untersuchung weist aber auch darauf hin, dass es praktische Probleme gibt. Die relativ großen Gefährte sind manchmal nicht so einfach zu handhaben und undichte Transportboxen sind beim Einsatz im Regen ebenfalls ein Nachteil.

Rekordzahl an PKW

Kathrin Kühn kann sich dennoch vorstellen, dass in Zukunft mehr Betriebe auf ein Auto verzichten. Auch wenn es im Moment noch nicht danach aussieht, denn die Zahl der PKW in Deutschland hat erneut einen Rekordstand erreicht: Es sind über 48 Millionen(Stand 20.09.2022). Der verstärkte gewerbliche Einsatz von Lastenrädern könnte den Anstoß für eine andere Mobilität geben, findet unsere Reporterin.

"Auf's Ganze gesehen sind Lastenräder nicht der große Brocken, wenn es darum geht, Emissionen einzusparen."
Kathrin Kühn, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin