Falls ihr in den nächsten Tagen nach 22:30 Uhr im Freien unterwegs seid, dann Augen auf: Es ist wieder Glühwürmchenzeit. Die Käfer leuchten, um sich gegenseitig zu finden. Was da chemisch abläuft, weiß Matthias Nuß vom Naturschutzbund Sachsen.

Biolumineszenz nennt man das, was die Glühwürmchen - oder Leuchtkäfer - machen, um zu leuchten. Es ist eine chemische Reaktion, in dessen Verlauf das Makromolekül Luciferin oxidiert, so Matthias Nuß vom Naturschutzbund (Nabu) Sachsen.

Chemisches Wunderwerk

Bei der Oxidation gibt das Molekül Elektronen ab. "Eine Oxidation ist normalerweise eine heiße, chemische Reaktion", sagt Matthias Nuß. Deshalb spielt noch ein Enzym eine wichtige Rolle: Die Luciferase steuert die Reaktion. "Damit es eine kalte Reaktion wird", sagt Matthias Nuß.

Als Ergebnis der Biolumineszenz stehen verschiedene Spaltungsprodukte. Aber vor allem: das Licht.

Ein Glühwürmchen, bzw Leuchtkäfer.
An ihren Liebslingsorten, wie zum Beispiel Auenwälder, kann man bis zu 10.000 Glühwürmer spotten.

Dieses chemische Wunderwerk brauchen die Glühwürmchen, um sich gegenseitig zu finden. "Die Weibchen sind flügellos und leben am Boden", sagt Matthias Nuß. Allein die Männchen können fliegen.

"Die Glühwürmchen geben sich quasi Blinkzeichen und können sich so in der Dunkelheit finden."

Die Männchen fliegen mit den Augen zum Boden gerichtet und scannen den Boden nach Leuchtsignalen der Weibchen ab.

Besonders viele Glühwürmchen finden sich in Biotopen mit viel Gras - so zum Beispiel in Auenwäldern, an Waldrändern aber auch in Parkanlagen. Falls ihr welche sehen wollt, dann müsst ihr nach 22:30 Uhr losziehen. Taschenlampen besser aus. Denn zum einen überseht ihr sonst vielleicht das Leuchten der Glühwürmchen. Außerdem stört das Kunstlicht die Tiere.

Wenig Daten über Glühwürmchen

Ob auch Glühwürmchen vom Artensterben bedroht sind, ist nicht klar, so Matthias Nuß. Denn es gibt kaum bis keine Daten über sie.

Bei über 8000 Käferarten, die es in Deutschland gibt, könne man nicht alle überblicken. Auch Wissenschaftler nicht. Zumeist spezialisieren sie sich auf einzelne Käferfamilien wie Laufkäfer oder Blattkäfer. Sie konzentrieren sich selten auf Leuchtkäfer, denn es gibt nur drei Arten in Deutschland.