Für das neue "Assassin's Creed: Odyssey" braucht ihr eine aktuelle Konsole oder einen ziemlich modernen PC. Oder einfach nur eine gute Internetverbindung und einen Browser.

Eigentlich müsst ihr euch das neue "Assassin's Creed: Odyssey" von Ubisoft für circa 70 Euro kaufen, könnt es dann auf eurem PC oder eurer Spielkonsole installieren oder runterladen und loslegen. In dem Spiel rennt ihr als Kassandra oder Alexios durch das antike Griechenland, kämpft gegen feindliche Hopliten und wilde Tiere. Und dafür braucht ihr entweder eine moderne Konsole oder einen Computer, der technisch ganz vorne mit dabei ist.

Doch jetzt gibt es ein Experiment von Google: Mit einem neuen Streamingdienst könnt ihr das Game direkt in eurem Chrome-Browser zocken. Keine Installation, euer Computer muss nicht supermodern sein. "Das Spiel läuft nicht lokal auf Deinem Rechner, sondern irgendwo auf einem virtuellen Rechner im Netz", erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Sebastian Sonntag. Euch wird nur das Bild geschickt, eure Tastatur-Eingaben werden ins Rechenzentrum übermittelt und dort ausgewertet. 

"Es gibt auch schon andere Anbieter, bei denen man Spiele streamen kann. Bei Google geht das aber, ohne eine Software zu installieren, direkt im Browser."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk Nova

Bisher ist das nur mit "Assassin's Creed: Odyssey" möglich. Für Google ist das Actionspiel ein Test für das "Project Stream" und läuft so auch nur in den USA für ausgewählte Spieler. Damit das ordentlich funktioniert, ist allerdings eine sehr schnelle Internetverbindung nötig: Google spricht von 25 Mbit pro Sekunde. Mindestens.

Project Stream: Wie Netflix für Computerspiele

Bis Googles Streaming-Angebot für Games bei uns ankommt und richtig gut läuft, dürfte es noch eine Weile dauern. Aber es gibt auch schon andere Anbieter auf diesem Markt, die ein vergleichbares Prinzip verfolgen: "Gamefly" etwa, und von Sony gibt es Playstation Now. Bei beiden Angeboten zahlt ihr eine monatliche Gebühr und könnt dafür spielen. "Da findet man aber eher ältere Spiele", sagt Sebastian Sonntag.

Und bei "Shadow" könnt ihr euch zwar einzelne Spiele auf dem Fernseher streamen, braucht dazu aber eine spezielle Streaming-Konsole. Also wieder Technik, die ihr kaufen müsst. Bei "GeForce Now" schließlich verbindet ihr euren Steam-Account, die Computerspielbibliothek von Computerspielern, mit einem virtuellen Rechner im Netz und könnt darüber auch auf eurem eher schwachen Laptop spielen.

"Das System ist bei 'Playstation Now' und 'Gamefly' gleich: Man zahlt wie bei Netflix Kohle pro Monat und kann dafür zocken."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk Nova

Was Google aber macht, ist einzigartig: Ihr braucht keine XBox und keine Playstation mehr, ihr müsst euch nur mit dem Browser auf einer Plattform anmelden und könnt sofort loslegen. Jedenfalls wenn sich das Prinzip so durchsetzt und technisch reibungslos läuft.

Nachteile im Streaming-Land

Doch es gibt auch einige Nachteile. So starke Internetverbindungen, wie sie fürs "Project Stream" nötig sind, haben fast nur Leute, die in Städten wohnen. Und während alle Updates einfach so im Rechenzentrum hochgeladen werden, könnt ihr selbst keine Veränderungen mehr am Spiel vornehmen. Für Mods, die von Fans entwickelt werden, und die Spiele extrem aufwerten können, wäre das das Aus.

Ihr habt keine Kontrolle mehr über eure Spiele. "Dein Lieblingsgame könnte also irgendwann mal aus dem Angebot verschwinden, weil ein Deal abläuft, den dein Spiele-Streaming-Anbieter hat", sagt Sebastian Sonntag. Das passiert bei Netflix auch immer wieder, dass ein Film aus dem Angebot verschwindet - nur dass ein Game nicht nur 100 Minuten lang ist und schnell geguckt werden kann, sondern auch gerne mal 50 und mehr Stunden unterhalten soll.

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