Lisa Charlotte Rost hat für ein Projekt ihre Google-Suchanfragen der letzten fünf Jahre analysiert. Eines ihrer Ergebnisse: Google weiß deutlich mehr über sie, seit sie in einer Großstadt lebt, weil sie häufiger nach dem Weg suchen muss.

Als Lisa Charlotte Rost in einem Artikel gelesen hat, dass man seine eigenen Daten bei Google downloaden kann, war ihr Interesse geweckt. Seit 2010 ist sie bei Google angemeldet. Seitdem haben ihre Suchanfragen ganz schön zugenommen. Auch, weil sie oft umgezogen ist.

Vor allem das Leben in Großstädten schlägt sich deutlich in den Suchanfragen nieder. Kino, Kneipen, Kiosk - in einer Kleinstadt weiß man einfach, wo die sind. In einer Großstadt hingegen sucht man ständig nach dem Weg: Freunde, Job, U-Bahn-Verbindungen - Google könnte daraus ein komplettes Bewegungsprofil erstellen. Wissen wir zwar alles. Aber durch ihre Datenanalyse ist Lisa Charlotte Rost dann doch noch mal etwas sensibler geworden.

"Es öffnet einem die Augen, wie viel Google wissen kann, wenn man sein Leben in das Suchfeld tippt."

Datenkrake ist bequem

Für ihre Masterarbeit hat Lisa Charlotte Loch ihre Daten nur relativ oberflächlich analysiert mit einfachen Tools. Aber schon das hat ihr eben gezeigt: Google ist zwar bequem, aber über die Suche gibt man selbst oberflächlich betrachtet jede Menge Informationen preis. Und Google hat noch ganz andere Tools und Werkzeuge, um diese Daten zu analysieren und zu verknüpfen.

"Man sollte generell immer entscheiden, ob man will, dass eine Suchanfrage für immer bei Google gespeichert ist oder ob man lieber alternative Suchmaschinen benutzen will."
Lisa Charlotte Rost hat ihr Suchverhalten angepasst

Mit ein Grund, warum sie letztendlich ihre Daten auch nicht in die Cloud geladen und nur als Grafiken veröffentlicht hat. Obwohl sie eigentlich ein großer Fan von Open Data ist. Aber einige Informationen sind ihr dann doch zu privat. Die Lösung, sagt sie, sind alternative Suchmaschinen wie DuckDuckGo. Das ist im Zweifel zwar unbequem, aber vielleicht besser, als alle Informationen an eine Datenkrake rauszugeben.

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