Die Vorratsdatenspeicherung ist heftig umstritten. Aber macht Google jetzt genau das - heimlich durch die Hintertür? Der Konzern soll bei Android-Handys offenbar speichern, wann ihr und mit wem ihr telefoniert.

Seit ein paar Tagen gibt es ein neues Tool von Google: My Activity. Das Versprechen ist, dass wir damit besser überblicken können, welche Daten Google über uns sammelt. Über "My Activity" könnt ihr eure Daten auch ändern oder löschen. Außerdem könnt ihr die Trackingdienste größtenteils abschalten.

Klingt vorbildlich. Aber der frühere Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hält das für eine Mogelpackung. Google wolle mit dem Tool eine private Vorratsdatenspeicherung einführen - durch die Hintertür.

Was alles speichert Google?

Das Online-Magazin "Mobilsicher" berichtet, dass Google über Android-Handys speichert, wann ein Nutzer telefoniert, wen er anruft und wem er eine SMS schickt. Das entsprechende Recht für diese Speicherung lässt sich der Konzern in der Datenschutzerklärung einräumen. Dieser kann man nicht widersprechen, wenn man Googles Produkte nutzen will.

Was genau gespeichert wird, ist unklar. Denn die Datenübermittlung erfolgt verschlüsselt. Laut "Mobilsicher" nimmt das Handy Kontakt zu Google-Servern in direktem zeitlichem Zusammenhang mit Telefonanrufen auf.

"Wenn Google tatsächlich sämtliche Verkehrsdaten, die beim Telefonieren anfallen, sammeln und verwenden sollte, dann würde dies gegen die Datenschutzvorschriften verstoßen. Es könnte sogar eine Straftat vorliegen."

Diese Kontaktaufnahme hält der Datenschutzexperte Peter Schaar für verboten. In einem Interview spricht er von Vertrauensbruch und sogar von einem Straftatbestand. Google hingegen verweist auf seine verpflichtende Datenschutzerklärung. Doch selbst wenn der Android-Nutzer zustimmt, ist die Frage, wie es mit den Rechten des Angerufenen aussieht. Denn auch dessen Daten landen wohl ungefragt auf den Servern von Google.

Der Konzern schwieg erst einmal zu den Vorwürfen. Am Samstag (2. Juli) gab Google dann eine Erklärung gegenüber Heise.de ab. Die Daten würden nur zur Verbesserung der Produkte erhoben. Eine Standardantwort, die es fast immer gibt, wenn der Vorwurf von Datensammelwut im Raum steht.