Sex mit Gottesanbeterinnen ist für die männlichen Artgenossen lebensgefährlich. Angelockt werden sie durch scheinbar unwiderstehliche Botenstoffe. Den Weibchen geht es um Sex, manchmal auch einfach um tierischen Hunger.

Fest steht: Gottesanbeterinnen vernaschen die männlichen Tiere, und zwar wortwörtlich. Dafür produzieren die Weibchen Pheromone, um die Männchen anzulocken. Diese Botenstoffe entscheiden darüber, wie erfolgreich die Weibchen bei ihren Lockversuchen sind.

Kannibalismus der Gottesanbeterinnen

Dabei können die Lockmittel unterschiedlich stark sein, je nachdem wie viel Hunger das Weibchen hat - nicht nach Sex, sondern nach Nahrung. Dafür setzen sie auf eine Notstrategie.

Denn die Männchen bevorzugen Weibchen, die in guter Verfassung sind, also nicht hungrig. Zum einen, weil sie hoffen, von den gut genährten eher nicht gefressen zu werden. Zum anderen, weil die satten Weibchen mehr Eier produzieren können und das die Chance auf Fortpflanzung erhöht.

Hungrige Weibchen sind also im Nachteil, den sie über die Lockstoffe aufheben können. Das zeigen Versuche der australischen Biologin Katherine Barry. Dabei versammelten sich um einen Käfig mit ausgehungerten Weibchen besonders viele männliche Artgenossen, wohl angelockt von mehr oder besseren Lockstoffen. Die Weibchen verbrauchen sozusagen ihre letzte Energie, um Lockstoffe freizusetzen.

Ihnen geht es dabei mehr um Nahrung und Kannibalismus als um Sex. Die Männchen der eigenen Art sind nämlich ein besonders reichhaltiges Mahl, im Vergleich zu anderen Beutetieren.

Mehr Gottesanbeterinnen im Netz: