GPS-Tracker übermitteln dem Eigentümer, wo sich sein gestohlenes Fahrrad befindet. Viel machen kann er dann aber nicht.

Jeden Tag werden alleine in Berlin fast 100 Fahrräder geklaut. Und wer mit seinem Fahrrad viel in Städten unterwegs, hat sich wohl auf einen möglichen Diebstahl eingestellt:

Zum Einsatz kommen sichere, dafür sehr teure Schlösser, man nimmt das Fahrrad mit in die Wohnung oder ins Büro, oder man wählt ganz bewusst eine Rostlaube, an der niemand Interesse hat. Den anthroposophischen Ansatz gibt es noch: Das Fahrrad niemals abschließen. Und wenn es gestohlen wird, davon ausgehen, dass das dann eben so sein sollte.

Fahrrad in die Wohnung schleppen zum Laden

Für Personen, die Interesse daran haben, ihr Fahrrad langfristig zu behalten, gibt es seit einiger Zeit ein zusätzliches Sicherheitsfeature: Per GPS und SIM-Karte den Standort des Fahrrads verfolgen. Auch wenn man damit noch lange keine Garantie hat, das gestohlene Fahrrad auch wiederzubekommen - man weiß wenigstens, wo es ist.

Die GPS-Tracker kosten zwischen 30 und 200 Euro. Für den Preis sind wesentlich drei Punkte entscheidend:

  1. Komfort: Einfache Systeme werden per SMS vom eigenen Handy angesteuert, der Tracker schickt dann eine SMS mit Standorten zurück. Andere Tracker bieten eine App, in der der Standort des Fahrrads auf einer Karte angezeigt wird.
  2. Akku: Die meisten Systeme müssen aufgeladen werden. Viele GPS-Tracker bekommt man getarnt als Rücklicht, die man zum Teil nicht einfach demontieren kann. Also müssen die Geräte im Keller, in der Garage oder in der Wohnung per Steckdose aufgeladen werden. Sehr praktisch sind Systeme, die automatisch durch den Dynamo aufgeladen oder an ein E-Bike angeschossen werden.
  3. Datenkosten: Die meisten Tracker arbeiten mit einem Mobilfunkvertrag und einer externen SIM-Karte, die benötigt wird, damit die Geräte ihren Standort auch übermitteln können. Andere GPS-Tracker haben die SIM-Karte schon an Board und sind deshalb teurer, weil bereits eine Jahresgebühr für den Übermittlungsservice enthalten ist.

Funktionieren die Dinger?

GPS-Tracker haben ihre Grenzen. Denn sobald ein Dieb das geklaute Fahrrad in seine Wohnung mitnimmt oder in den Keller stellt, ist es vorbei mit der Standort-Übermittlung - in geschlossenen Räumen funktioniert der GPS-Empfang nicht mehr.

Aber selbst wenn man weiß, dass das Fahrrad in einem Innenhof oder einem Keller von einem bestimmten Haus sein muss, hilft das nicht unbedingt weiter. Denn offiziell darf man solche Räume nur mit einem richterlichen Beschluss betreten (zumindest dann, wenn der Fahrraddieb nicht auf frischer Tat ertappt wird). Den wird der Beklaute aber kaum bekommen.

Die Chance erhöhen könnte die Idee eines Berliner Start-ups. Das hat ein System entwickelt, das die Standortdaten des Fahrrads an alle User in einem Umkreis von 100 Metern schickt. Die können im besten Fall den Dieb beobachten und die Polizei rufen. Fraglich bleibt, wie viele mitmachen und wie groß die Motivation ist, auf die Jagd nach fremden Fahrrädern zu gehen.