Graham Allgood will bei einer Werbe-Agentur einen Job. Er bucht dafür den Geo-Filter bei Snapchat, designt eine kleine Werbe-Kampagne für sich selbst - und schafft es zum Vorstellungsgespräch bei seiner Wunsch-Firma.

In jedem drittklassigen Bewerbungsratgeber heißt es, dass man sich was "Originelles" einfallen lassen soll, um zum Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden. Twitter und Facebook sind nicht mehr originell - und so muss es 2016 mindestens Snapchat sein, wenn man bei seinem künftigen Arbeitgeber als Up-to-date rüberkommen will.

Graham Allgood, Design-Student an der California Baptist University, hat es jedenfalls jetzt geschafft mit einer originellen Snap-Chat-Bewerbung bei seinem Wunscharbeitgeber zum Gespräch geladen zu werden.

"Hey, hire me!"
Graham Allgood

Graham wollte zur Werbeagentur Horizon Media, das ist die größte unabhängige Werbeagentur der Welt mit Büros in Los Angeles und New York. Graham wusste, dass die Agentur viel mit Snapchat macht. Da kam er auf die Idee, den Geofilter von Snapchat zu nutzen.

Wer eine Gebühr zahlt, kann mit diesem Filter in einem bestimmten Gebiet für 30 Minuten für Aufmerksamkeit sorgen. Denn in dieser Zeit werden in diesem Bereich den anderen Snapchat-Usern eine Art Anzeige eingeblendet. Genau das nutzte Graham für sich: Er bastelte ein Logo mit dem Schriftzug "Hey, hire me!" und buchte den Geofilter für die 500 Quadratmeter rund um das New Yorker Büro von Horizon Media.

Und tatsächlich: Graham kam auf eine gute Trefferquote. Sein Filter wurde mehr als 1000 Mal angeschaut. Sehr wahrscheinlich waren Angestellte von Horizon Media dabei. Denn das mit dem Vorstellungsgespräch hat sofort geklappt. Noch am selben Nachmittag bekam Graham die ersehnte Einladung. Bei Twitter schrieb Horizon Media: "Das ist das Beste, was wir seit Monaten gesehen haben. Tolles Design. Du rockst!"

Einen Job oder wenigstens ein Praktikum hat Graham trotzdem nicht, weil bei Horizon Media alle Stellen und Praktikum-Plätze vergeben sind. Aber die Aktion könnte ihm trotztdem nutzen: Große Medien wie der "Business Insider" sind auf die Aktion aufmerksam geworden und haben berichtet. Bei der nächsten Bewerbung hat er damit sicher einen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern.