Indoor-Hanfanbau braucht viel Strom. In Granada sorgt das derzeit vermehrt für Stromausfälle - denn in vielen Privatwohnungen wird im großen Stil illegal Cannabis angebaut.

Von den Stromausfällen durch illegalen Indoor-Hanfanbau betroffen ist vor allem ein Viertel im Norden von Granada. Dort gibt es nach Informationen unseres Spanien-Korrespondenten Marc Dugge rund 1000 Wohnungen, die im Monat mehr als 40 Kilowattstunden an Strom verbrauchen: "Zehn Mal mehr als Privatwohnungen normalerweise verbrauchen." Diesen Strom bezahlen die Nutzer allerdings nicht, sondern der Strom wird illegal abgezapft, erklärt Marc Dugge.

Für Hanfanbau ist Licht durch spezielle Lampen und ein bestimmtes Temperatur-Niveau notwendig.

Ein armes Viertel wird zum Hanf-Hotspot

Warum ist gerade dieses Viertel im Norden Granadas offenbar zum Hotspot für illegalen Indoor-Hanfanbau geworden? Laut unseres Korrespondenten liegt das an einer "Mischung aus Vernachlässigung, Kompetenzchaos und Armut." Im besagten Stadtviertel nämlich herrsche eine große Perspektivlosigkeit, die Arbeitslosigkeit liege bei 70 Prozent, berichtet Marc Dugge und: "Mit Marihuana lässt sich gut Geld verdienen und die Strafen sind relativ mild."

"Die Elektriker, die die illegalen Stromkabel kappen, werden von Polizisten geschützt."
Marc Dugge, Spanien-Korrespondent

Hinzu komme, dass es in diesem Viertel in Granada viele Sozialwohnungen gebe, von denen die Stadtverwaltung häufig gar nicht mehr so genau wüsste, wer dort eigentlich noch wohnt, erzählt Marc Dugge. Dieses Verwaltungschaos nutzen offenbar viele, um in solchen Wohnungen illegal Hanfplantagen hochzuziehen.