Die Konkurrenz zwischen Streaming-Diensten ist groß. Deswegen investieren Anbieter viel in Produktionen und geben die Kosten an Kund*innen weiter. Nun starten werbefinanzierte Inhalte.

Mit dem Angebot Freevee von Amazon kann man kostenlos Serien und Filme streamen. Der Nachteil: Die Handlung wird regelmäßig durch Werbung unterbrochen. Etwa drei Werbeunterbrechungen gibt es während einer 53 Minuten lange Episode einer Serie.

Die Spots dauern bis zu 40 Sekunden. Damit sind sie etwas kürzer als im linearen Fernsehen. Auf die Platzierung der Werbung nimmt Amazon aber offenbar keine Rücksicht, sagt Deutschlandfunk-Nova-Netzreporterin Martina Schulte. Denn sie setzt mitten in der Handlung einer Szene ein.

"Mich haben die Werbeunterbrechungen genervt. Weil sie mitten in die Handlung reinballern."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Preissteigerung beim Streaming

Wer auf innovative Inhalte oder Gratis-Sportübertragungen gehofft hat, dürfte vom Angebot enttäuscht sein. Die lizenzierten Filme oder Serien in der Mediathek seien schon älter, sagt Martina Schulte. Außerdem werden Filme und Serien gefeatured, die bei der Imdb-Datenbank eher schlechtere Bewertungen erhalten haben.

Die Optik der Startseite sieht im Prinzip so aus wie die Prime-Video-App. Dass es sich um werbefinanziertes Streaming handelt, erkenne man an einem Add-Symbol auf einzelnen Kacheln.

"Viele hatten auf eine kostenlose Übertragung der Champions League spekuliert. Stattdessen finden sich bei Freevee Hunderte andere Inhalte."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Martina Schulte vermutet, dass Amazon mit Freevee auch Kund*innen ansprechen und binden möchte, denen ein Abo bislang zu teuer ist. Generell abgeschreckt sein dürften viele von den Preissteigerungen der Abogebühren bei den großen Anbietern.

Druck der Dienste

Disney, Sky, das Sportstreaming-Portal Dazn und Netflix haben für 2022 höhere Abopreise ausgerufen. Grund dafür ist wohl, dass es mittlerweile sehr viele Streamingdienste gibt, vermutet Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Martina Schulte.

Mit den dadurch fehlenden Einnahmen steigt gleichzeitig der Druck, Neues zu produzieren, um Interessierte zurückzuholen – dafür brauchen die Anbieter Geld.