Was vor 18 Jahren Deutschland erleben durfte, sorgt heute in den USA für ein Spektakel: Die Sonne verschwindet komplett. Zwar nur für zwei Minuten, aber die Finsternis zieht einmal quer durchs ganze Land.

In Deutschland bestimmte am 11. August 1999 die totale Sonnenfinsternis den Alltag. Wir haben von der Schule frei bekommen, Urlaub genommen, manche sind extra kilometerweit gefahren, um garantiert wolkenfreien Himmel zu haben.

Heute (21.08.) sind die USA dran. Eine totale Sonnenfinsternis wandert in einem rund 110 Kilometer breiten Streifen von Oregon im Nordwesten durch das ganze Land bis South Carolina im Südosten. Rund zwei Minuten lang wird die totale Finsternis andauern.

Grafik der Bahn der totalen Sonnenfinsternis in den USA
© imago/ZUMA Press
Der grau hinterlegte Streifen bildet die Wanderung der komplett verdeckten Sonne ab. Je weiter man sich von diesem Streifen, dem Kernschatten (verursacht vom Mond), entfernt - in diesem Fall also nach Nordosten oder Südwesten - desto weniger ausgeprägt ist die Finsternis.

Zwei Drittel der 300 Millionen US-Bürger können in circa einer Tagesreise die Totalitätszone erreichen. Die letzte totale Sonnenfinsternis in den USA gab es 1918. Da waren Autos noch nicht sehr verbreitet, deshalb ist unsicher, wie viele Menschen sich auf den Weg machen, die Sonnenfinsternis beobachten zu wollen.

Behörden rechnen mit langen Staus und empfehlen, Proviant für drei Tage im Gepäck zu haben. Die Bedingungen sind gut: Fast überall soll der Himmel wolkenfrei sein.

Für Forscher interessant

Wie jede Sonnenfinsternis ist auch diese für Forscher interessant. So kann besonders gut die Korona untersucht werden, der Strahlenkranz um die Sonne, weil der Kern der Sonne verdeckt ist. Mehrere Nasa-Missionen sollen vom Weltraum und von der Erde aus Veränderungen im Magnetfeld der Korona und ihrer Temperatur messen.

Auch kann die Sonnenfinsternis helfen, Erkenntnisse über manche Abläufe auf der Erde zu erlangen. Wenn der Mond die Sonne verdunkelt, können Wissenschaftler mithilfe von Messungen - etwa der Temperatur - Rückschlüsse darauf ziehen, wie viel Sonnenenergie von der Erdatmosphäre absorbiert wird und wie viel in den Weltraum zurückreflektiert wird.