Hannah Pool und Felix Volkmar sind im September mit Flüchtlingen einen Teil der Balkanroute mitgereist. Dokumentiert haben sie ihre Reise via Whatsapp in der Gruppe #Grenzgänger. Im Dezember haben sie einige der Menschen, die sie dort getroffen haben, noch einmal besucht.

Hannah Pohl ist 23 Jahre alt und hat ein Jahr lang im Iran Persisch studiert. Weil sie dort auch viele Afghanen kennengelernt hat, spricht sie neben Farsi auch Darsi, den afghanischen Dialekt. Nach ihrer Rückkehr hat sie in Dresden in einem Flüchtlingslager gedolmetscht. Die Frage, die sich ihr dort stellte: Wo kommen diese Menschen her? Wie kommen sie nach Deutschland?

Deshalb ist sie zusammen mit Felix Volkmar nach Kos geflogen. Felix Volkmar ist 23 Jahre alt und Dokumentar-Fotograf. Zwei Wochen lang waren die beiden auf Kos, um dort vor allem Afghanen kennenzulernen und zu dolmetschen.

"Wir wollten mehr über die Menschen selbst erfahren. Wir haben von Sonnenaufgang bis abends den Alltag mit den Menschen verbracht und intensiv über ihre Geschichten geredet."
Felix Volkmar, Dokumentarfotograf

Irgendwann haben sie sich die Frage gestellt: Wie geht es mit diesen Menschen weiter? Wie reisen sie und wo werden sie ankommen? Als eine afghanische Familie von Hannah Pohl wissen wollte, wo die deutsch-griechische Grenze ist, weiß Hannah gar nicht, wie sie antworten soll.

"Wir haben gemerkt, wie wenig Informationen die Flüchtlinge über Deutschland haben."
Hannah Pohl über ihre Erfahrungen auf Kos

Aus Geschichten werden Freundschaften

Hannah Pohl zeichnet eine Karte. Darauf beschreibt sie den Weg nach Österreich. Zwei Wochen später bekommt sie eine Whatsapp-Nachricht von einem Freund, der am Bahnhof in Wien hilft. Darin ist ein Foto von ihrem Zettel. Die Familie hat es geschafft. Ganz ohne teure Schlepper ist sie in Wien gelandet.

Das ist nur eine von vielen Geschichten, die Hannah Pohl und Felix Volkmar im September in der Whatsapp-Gruppe #Grenzgänger dokumentiert haben. Unterstützt wurden sie dabei vom Bündnis Entwicklung hilft. Im Dezember haben sie einige der Flüchtlinge, die sie auf Kos getroffen haben, hier in Deutschland noch einmal besucht. Die afghanische Familie ist inzwischen in der Nähe von Dresden untergebracht.

"Gerade ist noch so eine Welle der Euphorie da, weil man das Gefühl der Sicherheit noch ganz, ganz, ganz doll spürt."
Hannah Pohl von #Grenzgänger

Auf der Reise von Hannah Pohl und Felix Volkmar sind aber nicht nur Fotos und Texte entstanden. Mit einigen der Geflüchtete haben die beiden enge Freundschaften geknüpft. Felix und Hannah planen auch schon eine neue Reise. In einem halben Jahr wollen die #Grenzgänger wieder losziehen.

Alle Links zum Projekt #Grenzgänger: