Der Schock über den möglichen Grexit sitzt tief, sagt der deutsch-griechische Blogger Antonis Schwarz. Er betreibt die Seite vouliwatch.gr, das griechische Pendant zu abgeordnetenwatch.de.

Der Ton gegenüber Griechenland war in den vergangenen Monaten schon scharf. Seit Ministerpräsident Alexis Tsipras Ende der Woche ein Referendum über das Sparprogramm angekündigt hat, ist er jetzt noch schärfer geworden. Das Verhalten der griechischen Regierung wird von vielen Seiten - nicht mehr nur unter der Hand - als dreist bezeichnet.

Der Blogger Antonis Schwarz ist in München geboren. Seit zwei Jahren lebt und arbeitet er jetzt in Athen - als Chef seines eigenen Start-ups. Die Situation in Griechenland sei äußerst angespannt, sagt er. Die Geldautomaten spuckten kein Geld mehr aus - und wenn, dann höchstens 60 Euro.

"Der Schock sitzt relativ tief. Hier ist gerade so ziemlich die Hölle los."
Antonis Schwarz, deutsch-griechischer Blogger

Volksabstimmung längst überfällig

Das Referendum über die neuen Sparpläne der griechischen Regierung hält er für richtig. Das Referendum sei die einzige Lösung für Tsipras gewesen, einen Ausweg aus der Zwickmühle zu finden. Allerdings komme es viel zu spät. Der frühere Ministerpräsident Giorgos Papandreou habe es bereits einmal versucht - sei damals aber gebremst worden.

​"Hätte Tsipras den Vorschlag der Institutionen angenommen, hätte er politischen Selbstmord begangen."
Antonis Schwarz

Die Zukunft Griechenlands

Antonis erzählt, er sei gerade "ziemlich verwirrt", was seine Zukunft betrifft. Er würde gerne in Griechenland bleiben - es sei "ein tolles Land mit tollen Leuten". Leider habe das Land aber "ein großes Problem, was die Politik angeht".

"Ich setzte meine Hoffnung in die junge Generation."
Antonis Schwarz