In der ersten Februar-Woche haben Tsipras und Varoufakis quasi ihre erste Europatour gemacht. Sie waren nicht unbedingt Headliner, aber so was wie die interessantesten Newcomer, als Vorband. Paris, London, Rom, Brüssel, Frankfurt, Berlin und dann zum Abschluss Athen. Da gab es dann auch am meisten Applaus. Musikjournalist Heiko Behr hat die griechischen Politiker mit Blick auf ihre Starqualitäten untersucht.

Das Auftreten hatte schon viel von einem kalkulierten Tabubruch. Es geht um offensives Selbstvertrauen mit dem offensiven Hinweis: Ich bin nicht wie die anderen Politiker. Die Krawattenlosigkeit ist ja nur ein erstes Signal, da sind sich Finanzminister Varoufakis und Ministerpräsident Tsipras einig. Aber darüber hinaus gibt es Arbeitsteilung: Tsipras ist der etwas brave Popper. Gefällig, jung, gerade erst 40 Jahre alt. Typ Philipp Rösler. Und Varoufakis ist der Rocker mit Rebellenattitüde. Er ist ja 20 Jahre älter.

Mit dem Motorrad zur Arbeit

Varoufakis tut für sein Image einiges. Er zitiert zum Beispiel Monty Python, er spricht von den Eagles, alles auf Twitter. Er fährt mit dem Motorrad zur Arbeit. Und dann die Kleidung: Lederjacke, ziemlich heruntergekommene Lederschuhe, extrem enge Hemden, gern auch mal paar Knöpfe offen, ab und an Blumenmuster. Und im Urlaub trainiert er gerne seinen Oberkörper am Strand von Kreta. Und davon erzählt er auch selber gerne.

"Im Laufe der letzten Wochen ist Varoufakis zu einer Art Star geworden."
Heiko Behr, Musikjournalist

Im Netz gibt es Varoufakis-Facebook-Gruppen, Spitznamen, Songtitel und unendlich viele Bilder. Yanis Varoufakis als Walter White von „Breaking Bad“, als Superman, als Terminator, als Spock, als Batman. Und es gibt viele Bezüge zur Games-Szene, denn der heutige Finanzminister hat früher für ein Softwareunternehmen gearbeitet.