Leute, lehnt euch zurück und entspannt. Nie wieder Stress am Grill: Ab jetzt übernimmt der BratWurst-Bot die Grillzange. Der Grillroboter, den Wissenschaftler in Karlsruhe entwickelt haben, legt die Wurst auf den Rost, dreht und wendet sie und serviert sie uns punktgenau auf den Teller. Wir können uns in der Zeit in Ruhe um kühles Bier kümmern.

Endlich ist der Sommer da. Seit Tagen schwitzen wir und sind glücklich. Nur für DRadio-Wissen-Grillmeister Martin Schütz ist fast schon wieder Weihnachten. Ganz oben auf seiner Wunschliste: der BratWurst-Bot, ein Grillroboter mit außergewöhlichen Fähigkeiten. Nie war eine Grillwurst perfekter.

Was kann der Grillroboter?

Der BratWurst-Bot entscheidet, wie viele Würste auf den Grill kommen. Dank zweier Kameras erkennt er das Grillgut. Anhand der farblichen Veränderung der Oberfläche sieht der Roboter, wann er die Würste drehen muss und wann sie fertig sind. Dafür ist eine Grillzange an einem Leichtbauroboterarm montiert, mit der er die Würste exakt auf den Rost legt. Ist die Wurst fertig, gibt er sie an den hungrigen Grillgast aus. Ein weiteres Feature: BratWurst-Bot kann sprechen, sogar mit Karlsruher Dialekt.

"Du kannst mit dem Roboter durch ein Tablet kommunizieren. Das ist dein Wurstmedium. Du sagst: 'Ich bin die Diane und will zwei Würste' und dann wirst du aufgerufen."
Martin Schütz, DRadio-Wissen-Grillmeister

Wer die Bratwurst lieber etwas dunkler gegrillt mag, der muss sich noch etwas gedulden. Aus Sicht der Karlsruher Forscher vom FZI Forschungszentrum Informatik, die den Roboter entwickelt haben, sollte das über eine kleine Erweiterung aber einfach machbar sein.

Nachholbedarf gibt es auch noch in Sachen Grillauflage. Deutschland ist Wurstland. Aktuell funktioniert der BratWurst-Bot aber nur mit einem Wursttypen, auf den sich das Team nach einem Wursttestessen geeinigt hat, so Arne Rönnau, Abteilungsleiter der Robotik in Karslruhe:

"Wir haben uns auf die Thüringer konzerntriert, weil die sehr dick sind und damit für die Kamera gut zu erkennen sind. Das ist gar nicht so einfach."
Arne Rönnau, FZI Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe

Sorgen um Überhitzung des Grillmeisters aus Metall müssen wir uns keine machen: Der BratWurst-Bot ist ständig in Bewegung, sodass er gut abkühlt. Er prüft am Wurstlager hinten am Grill, ob genügend Material vorhanden ist, er legt neu auf, er dreht die Würste und gibt sie aus. Für einen gewissen Mindestabstand zum Rost haben ihn die Forscher eine extralange Grillzange verpasst.

Für alle Fans des guten Geschmacks: Der BratWurst-Bot grillt mit Kohle. Die Forscher haben es zunächst mit Gas probiert, doch das hat keine gleichbleibende Hitze erzeugt.