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Viele Großkonzerne haben in der Pandemie hohe Summen zur Unterstützung erhalten. So zum Beispiel Daimler: 2020 hat der Konzern 700 Millionen Euro Kurzarbeitergeld erhalten. Jetzt will das Unternehmen seinen Aktionären 1,4 Milliarden Euro an Dividenden ausschütten. Viele kleine Unternehmen müssen dagegen um ihre Existenz kämpfen.

Trotz Pandemie lief es für viele Großkonzerne im letzten Jahr vergleichsweise gut, denn sie haben auch finanzielle Unterstützung vom Staat erhalten. Dass sie jetzt ihren Aktionären hohe Gewinne auszahlen, finden Finanzexpertinnen und -experten und viele kleine Unternehmen nicht fair.

Großkonzerne argumentieren: Keine direkten Steuergelder

Die Frage, ob diese Gewinne durch Steuergelder finanziert wurden, sorgt für Unmut. Der Automobilkonzern Daimler argumentiert: Das Geld für die Kurzarbeit kam aus Mitteln der Bundesagentur und somit nicht direkt von den Steuerzahlenden. Denn die Sozialbeiträge haben Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber bezahlt.

"Es stimmt nicht, dass die Corona-Hilfen nicht von Steuergeldern gezahlt wurden - denn der Bund musste noch einmal nachschießen."
Mischa Erhardt, Dlf-Wirtschaftskorrespondent in Frankfurt

Finanzexperte Mischa Erhardt meint: Das Argument geht so nicht auf. Denn der Bund musste nach geleisteter Unterstützung der Bundesagentur in Höhe von 61 Milliarden Euro noch einmal nachschießen - und zwar mindestens sechs Milliarden Euro. Bei diesem Geld handele es sich sehr wohl um Steuergelder.

"Daher ist die Frage berechtigt, warum alle den Gürtel in der Krise enger schnallen sollen, aber Aktionäre dann solche Summen erhalten. Das finde ich nicht gerecht."
Mischa Erhardt, Dlf-Wirtschaftskorrespondent in Frankfurt

Schließlich müssen die Schulden, die in der Krise aufgenommen wurden, auch wieder eingenommen werden. Dann werde über Steuererhöhungen diskutiert werden müssen, so der Experte.

Gewinner der Krise zur Kasse bitten

Vor allem sollten diejenigen, die von der Krise profitiert haben, mitfinanzieren müssen. Denn bei vielen Einschränkungen gäbe es auch große Gewinner der Pandemie: so etwa der Online-Handel Amazon oder Tech-Unternehmen. Diese habe in der Pandemie Rekordgewinne eingefahren und einen Umsatzwachstum von 30 bis 40 Prozent erreicht.

Mischa Erhardt findet: die Schmerzen und die Belastungen der Pandemie müssen gerecht aufgeteilt werden. Dazu gehöre auch, die Profiteure der Krise zur Kasse zu bitten.