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Ökologisch Ambitionierte, Pazifisten und Pazifistinnen und ehemalige Mitglieder der etablierten Parteien – Viele, die in CDU, SPD und FDP keine Heimat finden, kommen am 1980 in Karlsruhe zusammen, um eine neue Partei zu gründen: Die Grünen. Sie soll ein Gegenentwurf zu den bestehenden Parteien sein.

Der Parteitag, der am 12. und 13. Januar 1980 in Karlsruhe stattfindet, ist turbulent. Ein bunter Haufen ehemaliger SPD- und CDU-Mitglieder, öko-völkische Landwirte, Anhänger der sogenannten Sponti-Bewegung, Kommunisten und Friedensbewegte haben sich zusammen gefunden, um eine neue Partei zu gründen.

Friedensbewegt und ökologisch

In den etablierten Parteien CDU/ CSU, SPD und FDP können sie ihre politischen Ideen nicht umsetzen. Aus der Atomenergie aussteigen, das atomare und konventionelle Rüsten beenden oder eine nachhaltige und ökologische Wirtschaftspolitik umsetzen – Diejenigen, die das wollen, können ihre Ziele in den "Altparteien" nicht erreichen.

Gründungsparteitag der Grünen in der Stadthalle in Karlsruhe
© imago images | Friedrich Stark
Gründungsparteitag der Grünen in der Stadthalle in Karlsruhe

Die Grünen: Von der Protestpartei zur Regierungspartei

Im Dezember 1985 wird mit Joschka Fischer der erste grüne Politiker Minister in einer Landesregierung. 1987 tritt er als hessischer Minister für Umwelt und Energie zurück. Damit ist der Weg der Grünen von einer Protestpartei, die sich als Antiparteien-Partei versteht, zu einer Regierungspartei vorgezeichnet.

Als die SPD mit Gerhard Schröder als Kanzlerkandidat stärkste Kraft bei der Bundestagswahl 1998 wird, beginnt eine rot-grüne Ära, in der neben Joschka Fischer drei weitere grüne Ministerinnen und Minister vertreten sind: Jürgen Trittin, Renate Künast und Andrea Fischer.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Der ehemalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin erinnert an den ersten Parteitag der Grünen und berichtet von den Gründen, die zur Gründung einer grünen Partei geführt haben.
  • Der Politikwissenschaftler Dieter Rucht schildert den Weg verschiedener Protestbewegungen in eine gemeinsame grüne Partei.
  • Der Parteienforscher Jürgen Falter beschreibt die Wählerschaft der Grünen, die von Anfang an urban und gut gebildet war.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld erinnert an die 1970er Jahre, die Jahre des Protestes und Aufbruchs waren.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Christine Werner erinnert an den Gründungsparteitag der Grünen in Karlsruhe am 13. Januar 1980.