• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google

Sensibel sind wir mehr oder weniger alle. Hochsensibilität bedeutet aber oft auch Einschränkung im Alltag, wie Samuel uns in dieser Ab21 berichtet. Eine Emotionssoziologin erklärt, wieso wir gerade heute dafür dennoch viel Verständnis erwarten können.

Eine Fahrt mit der Bahn, ein Drink in der Bar. Situationen, die einen in der Regel nicht völlig überfordert zurücklassen. Anders sieht das für hochsensible Menschen aus. Samuel bezeichnet sich selbst als hochsensibel und hat bereits als Kind gemerkt, dass er die Welt ein bisschen anders wahrnimmt als alle anderen. Erst als Erwachsener ist er im Internet dann aber auf eine Erklärung dafür gestoßen.

"Ich hab das Wort hochsensibel gegoogelt, den Wikipedia-Eintrag gelesen und auf der Stelle angefangen zu heulen. Plötzlich hat mein Leben irgendwie Sinn ergeben."
Samuel beschreibt den Moment, der für ihn alles veränderte

Vieles, was es früher erlebt hat, konnte er nun besser einordnen. Hochsensibel zu sein bedeutet für Samuel, er reagiert besonders stark auf Emotionen, Gerüche und Geräusche. Das macht alles extrem anstrengend und es erfordert genaue Konzentration - dadurch hält er es meist nicht lange in alltäglichen Situationen aus. Stimmungen saugt er auf wie ein Schwamm, wodurch ihn sein Beruf als Lehrer oft in Stress versetzt. Seinen Weg damit zu leben hat Samuel trotzdem gefunden.

Ernstnehmen is key

Dass wir jemanden für etwa eine Hochsensibilität nicht ver- oder beurteilen, ist heute wahrscheinlicher als noch vor ein paar Jahren, sagt Emotionssoziologin Elgen Sauerborn. Die Gesellschaft nehme Gefühle eher ernst, die Thematisierung und das Reden über uns selbst und über die eigenen Gefühle seien heute üblicher, auch zum Beispiel bei Prominenten.

Die Emotionen und wir

  • Die kalifornische Psychologin Elaine Aron hat das Thema Hochsensibilität näher erforscht und behauptet, dass etwa 20 Prozent der Menschheit ihre Umwelt besonders intensiv und sensibel wahrnehmen.
  • Hochsensibilität kann zu besseren Berufschancen führen. Wer sich gut in die Gefühle anderer hineinversetzen kann, steigt im Beruf schneller auf. Das zeigen Wissenschaftler der Universitäten Bonn und Heidelberg zusammen mit US-Kollegen in einer Studie.
  • Es existieren sogar Kurse um mit hoher Sensibilität umgehen zu lernen. Kurse wie „Mit Hochsensibilität leben“ an der VHS Herrenberg oder „Hochsensible Kinder erkennen und verstehen“ an der VHS Geldern standen und stehen Interessierten offen.

Meldet euch!

Ihr könnt das Team von Ab 21 über WhatsApp erreichen. Uns interessiert: Was beschäftigt euch? Habt ihr ein Thema, über das wir unbedingt in der Sendung und im Podcast sprechen sollen? Schickt uns eine Sprachnachricht oder schreibt uns per 0160-91360852. Wichtig: Wenn ihr diese Nummer speichert und uns eine Nachricht schickt, akzeptiert ihr unsere Regeln zum Datenschutz und bei WhatsApp die Datenschutzrichtlinien von WhatsApp.