Guam ist eine hübsche Insel im Pazifik. Und nach Drohungen aus Nordkorea starrt nun die ganze Welt auf das Urlaubsparadies.

Sie ist nur etwas mehr als 500 Quadratkilometer groß, 160.000 Einwohner leben dort. Touristen lieben Natur und Shopping-Möglichkeiten, die Insel liegt mitten im westpazifischen Ozean - und fast ein Drittel der Fläche ist mit US-amerikanischen Militäreinrichtungen bedeckt. Und genau diese Stützpunkte der USA will Nordkorea mit seinen Raketen angreifen können - und droht mit einem Angriff auf die Guam-Gewässer.

Rakten mit hoher Reichweite

Guam ist von einen Tag auf den anderen in den Blick der Weltpolitik geraten. Schuld ist "Hwasong 14". So heißt die Rakete, die Nordkorea vor einigen Tagen getestet hat, die 1000 Kilometer zurücklegte, bevor sie ins Japanische Meer stürzte. Und sie hätte das Potenzial, die USA zu erreichen. 

Mit Feuer und Wut

"Provokation!", schimpft US-Präsident Donald Trump, er werde mit Feuer und Wut und weiteren Aggressionen reagieren - woraufhin Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un drohte, seine Raketen Richtung Guam ins Gewässer dort abzufeuern. "Die Insel wäre das erste US-Ziel, dass Nordkorea mit Mittelstreckenraketen erreichen könnte", sagt unsere Korrespondentin Kathrin Erdmann.

"Es ist nicht das erste Mal, dass Nordkorea Guam mit einem Angriff droht. Im Grunde ist das seit 2013 immer wieder Thema."
Kathrin Erdmann, Korrespondentin

Guam ist strategisch wichtig für die USA. Das alles ist auf Guam stationiert:

  • 6000 Soldaten
  • Vier Atom-U-Boote
  • Luftwaffenstützpunkt mit B52-Bombern
  • Mobile Raketenabwehr-Batterie

Mit diesem Raketenabwehrsystem könnten Raketen mit Kurs auf Guam noch vor dem Einschlag vom Himmel geholt werden. Unterm Strich sitze auf Guam also eine geballte militärische Präsenz, sagt Kathrin Erdmann.

Urlaub bleibt Urlaub

Die Menschen auf Guam nehmen das ganze Theater um ihre Insel übrigens gar nicht so schwer. Sie kennen diese Bedrohung und die Drohungen seit vier Jahren. "Natürlich sind sie aber trotzdem froh, dass das Militär in Guam so gut aufgestellt ist", sagt Kathrin Erdmann.

Und für die Menschen aus Südkorea und den USA bleibt Guam vor allem eins: ein Urlaubsparadies.