In Bayern verwendet eine Straßenmeisterei Wasser aus der Saure-Gurken-Produktion, um die Straßen eisfrei zu halten. Sollte der Test erfolgreich sein, wäre das Gurkenwasser auf der Straße eine Win-Win-Situation.

Manchmal glaubt man kaum, wozu Abfälle noch zu gebrauchen sind. In Dingolfing in Niederbayern hat ein Unternehmen, das Gewürzgurken produziert, Gurkenwasser übrig und kam auf die Idee: Das könnte im Winter doch die Straßen eisfrei halten.

Das Unternehmen kontaktierte die lokalen Straßenmeistereien und stellte die Idee vor. Und es entstand tatsächlich eine Zusammenarbeit. Zurzeit wird getestet, ob der komplette Logistikprozess zufriedenstellend für alle Beteiligten sein kann, sagt Robert Bayerstorfer, Staatliches Bauamt Landshut. Im besten Fall sparen am Ende alle Geld und Ressourcen.

"Mit der Verwendung von Sole können wir präventiv tätig werden – bevor es glatt wird."
Robert Bayerstorfer, Staatliches Bauamt Landshut

Dass Gurkenwasser eine brauchbare Ausgangssubstanz für die Winterdienste ist, ist schon gesichert. Zudem kommt es nicht direkt auf die Straßen: Vorher wird es gefiltert und mit zusätzlichem Salz angereichert.

Dann ist die Sole – so der Fachbegriff für das Gurkenwasser – problemlos einsetzbar. Tests haben zudem ergeben: Das aufbereitete Gurkenwasser erzeugt weder einen unangenehmen Geruch, noch hinterlässt es auf Autos und Straßen ungewünschte Ablagerungen.

"Man hat Fahrzeuge mit dem Gurkenwasser besprüht und geprüft, ob es Ablagerungen gibt und ob es unangenehm riecht. Dem ist nicht so."
Robert Bayerstorfer, Staatliches Bauamt Landshut

Die meisten dürften Winterdienstfahrzeuge wohl mit dem Streuen von körnigem Salz verbinden, was nach wie vor eine gängige Methode ist. Dabei hat das Versprühen flüssiger Sole sogar Vorteile, sagt Robert Bayerstorfer: Es kann präventiv eingesetzt werden, denn das Salzwasser bleibt auf der Fahrbahn, setzt den Taupunkt herab und sorgt dafür, dass die Straße gar nicht erst glatt wird.

Unbedenklich für die Umwelt

Robert Bayerstorfer kann sich vorstellen, dass auch Flüssigkeiten aus anderen Unternehmen für den Winterdienst infrage kommen. Allerdings müsse der Umweltschutz gewährleistet sein: "Es dürfen keine Stoffe enthalten sein, die in der Umwelt nichts verloren haben." Das ist das Gute am Gurkenwasser: Es besteht nach der Filterung nur noch aus Wasser und Salz.