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Nicht nur der Gesundheitsminister, sondern auch viele Medien verschärfen ihren Ton, wenn es um das neuartige Coronavirus und seine Ausbreitung in Deutschland geht. Wie kann gute Berichterstattung gelingen? Eine Analyse.

Die Fälle, der durch das neuartige Coronavirus an Covid-19 erkrankten Personen in Deutschland steigen. Medien registrieren das steigende Informationsbedürfnis ihrer Nutzerinnen und Nutzern. Doch bei der Berichterstattung gibt es viele Tücken. Viel zu schnell ist die Grenze zur Panikmache überschritten. Auch passieren häufig Fehler, wenn Medien über wissenschaftliche Erkenntnisse rund um das neue Virus berichten. Das sind aber nicht die einzigen Herausforderungen.

"Die Gefahr ist, dass Fragen gestellt werden, die sich möglicherweise der Einzelne stellt und worauf die Wissenschaft ziemlich eindeutige Antworten geben kann. Die dann aber in der allgemeinen Aufregung nicht mehr gehört werden."
Volker Stollorz, Chef des Science Media Centers

Anfang Januar sei das Coronavirus eher ein Thema für Wissenschaftsjournalisten gewesen, sagt Volker Stollorz, Chef des Science Media Centers. Seit sich auch die Politik verstärkt einschalte und die Deutungshoheit über das Thema an sich ziehe, reagierten auch die Medien verstärkt auf das politische System und dessen Äußerungen. Die große Frage dabei: Spielt wissenschaftliche Evidenz und das, was Fachleute sagen, dann noch die gleiche Rolle? Oder geht sie in der allgemeinen Aufregung unter?

Journalistinnen und Journalisten sollten in diesen aufgeregten Zeiten ein wichtiger Filter sein, sagt Volker Stollorz: Indem sie Informationen von den seriösen Behörden, Gesundheitsämtern oder des Robert-Koch-Instituts aufnehmen und passend aufbereiten. Das Ziel: praktische Hinweise für Hörerinnen, Leser oder Zuschauer – und Aufklärung, damit sinnlose Verhaltensweisen unterlassen werden.

Zensurvorwürfe in China

In China, dem Land, in dem das neue Coronavirus zum ersten Mal beobachtet wurde, stehen Medien aber auch ihre Nutzerinnen und Nutzer vor ganz anderen Herausforderungen. Die Nichtregierungsorganisation "Reporter ohne Grenzen" übt Kritik an der chinesischen Regierung und fordert, eine freie Berichterstattung über die Ausbreitung des Coronavirus zuzulassen. Der Vorwurf: Die Behörden zensierten bestimmte Informationen über die Epidemie. In diesem Monat wurden sogar mehrere Journalisten und politische Kommentatoren festgenommen.

"Zensur hilft im Kampf gegen eine Epidemie nicht weiter und kann diese nur verschlimmern oder sogar dazu beitragen, dass sich eine Pandemie entwickelt."
Christian Mihr, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen

Gleichzeitig verändert sich aber auch die Kommunikation in China. Online-Unterhaltungsdienste boomen. Und es gibt neue Erfindungen, die in kürzester Zeit Einzug in den Alltag erhalten, erklärt Björn Ognibeni vom Newsletter ChinaBriefs.io.

"Eine Stunde Was mit Medien" gibt es auch als Podcast. Abonniert die Sendung via iTunes oder RSS-Feed. Auch nach der Sendung könnt ihr mit uns direkt und mit unseren Moderatoren Daniel Fiene und Herr Pähler über Twitter kommunizieren. Ein Protokoll der Sendung gibt es auch per Newsletter.