War es das schon mit den guten Vorsätzen für dieses Jahr? Wie soll es aussehen - das gute Leben im Jahr 2016? Darüber diskutieren für uns eine Philosophieprofessorin und ein Soziologieprofessor.

Mitte Januar. Das Jahr liegt noch vor uns - Zeit, Pläne zu machen. Was wollen wir studieren, wie können wir Arbeit und Freizeit in Balance bringen, wohin verreisen? Vielleicht haben wir eine Liste, auf der steht: weniger rauchen, mehr kochen und mehr Sport oder so was. Jeder hat so seine eigene Vorstellung vom guten Leben. Glücklich sein wollen wohl aber die meisten.

Nutzen, Schaden, Risiko

Was ist das gute Leben? Darüber lässt sich trefflich diskutieren - und das tun für uns eine Philosophieprofessorin und ein Soziologieprofessor. Klar ist ja, dass wir Technik brauchen, um gut zu leben. Wer jemals von Hand einen Berg Geschirr spülen musste und dann auf Spülmaschine umsteigen konnte, wird das nachvollziehen können. Aber was ist mit Menschen, die für eine ökologischere Stromversorgung hinnehmen müssen, dass vor ihrer Haustür eine Stromtrasse gen Süddeutschland verläuft?

"In der Umgangssprache verwenden wir Risiko gerne auf zwei ganz unterschiedliche Weisen. Einmal in so einem Satz wie 'Rauchen erhöht das Risiko, an Krebs zu erkranken'. Und in einer Aussage wie 'Diese chemische Anlage stellt ein Risiko dar.'"

Auf der Tagung "Technologischer Fortschritt und gutes Leben" am Kulturwissenschaftlichen Insitut Essen wurden solche Fragen am 19. und 20. November 2015 diskutiert. Den Auftakt machte dort Rafaela Hillerbrand vom Karlsruher Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse mit ihrem Vortrag "Technologie und ihre gesellschaftliche Grundlage". Direkt nach ihr sprach der Soziologe Hartmut Rosa - und teilweise widersprach er ihrer Einschätzung.

"Was brauche ich zum Glücklichsein? Geld, Gesundheit, Gemeinschaft? Das Steigerungsspiel ist sogar eher von der Angst als von der Gier getrieben!"

Seiner Ansicht nach sind wir in einem steigerungsorienten Denken verstrickt. Wir versuchten, mit knapper werdender Zeit mehr Güter, Erlebnisse und Handlungen zu horten.

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