"Wissen" ist zum Zauberwort geworden, wenn es darum geht, über unsere Gesellschaft nachzudenken. Aber was meinen wir damit eigentlich? Der Hörsaal geht der Frage nach.

Was ist Wissen? Die Frage ist knifflig, aber Philosophen mögen das. In seinem Vortrag unterscheidet Jürgen Mittelstraß verschiedene Wissensbegriffe und erläutert, was sie bedeuten. Jürgen Mittelstraß ist Philosoph und beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie.

"Wissen ist eine unendliche Geschichte und Nicht-Wissen auch. Neu ist, dass die moderne Gesellschaft ihre Zukunft ohne Wenn und Aber auf das Wissen zu setzen beginnt."
Jürgen Mittelstraß, Philosoph

Auch politisch spielt der Begriff des Wissens in den letzten Jahrzehnten eine immer größere Rolle, sagt Verena Metze-Mangold, Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission. Sie erklärt in ihrem Vortrag, wie der Wissensbegriff im digitalen Zeitalter politische und gesellschaftliche Strukturen und Reformen prägt.

"Die Generierung von Wissen, die Verfügung über Wissen, der Zugang zu Wissen, die Anwendung von Wissen bestimmen auch international zunehmend alle Dimensionen des Lebens und der Arbeitsformen, aber auch der globalen Machtauseinandersetzungen."
Verena Metze-Mangold, Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission

Jürgen Mittelstraß und Verena Metze-Mangold haben ihre Vorträge am 5. März 2015 in Düsseldorf gehalten, auf der Tagung "Die Zukunft der Wissensspeicher: Forschen, Sammeln und Vermitteln im 21. Jahrhundert". Organisiert haben diese Tagung die Gerda-Henkel Stiftung und das Konstanzer Wissenschaftsforum.