Schaut ihr beim Friseur auf die Preisliste, macht es meistens einen Unterschied, ob ihr eine Frau oder ein Mann seid. Der Haarschnitt für den Mann ist meist günstiger. Ist das gerecht? Im Salon von Johanna Mertens zahlen alle gleich viel.

Im Berliner Friseursalon Sander 13 zahlen alle gleich viel für ihren Haarschnitt. "Wir behandeln unsere Kunden geschlechterneutral", sagt die Mitinhaberin Johanna Mertens. Dafür haben sie einen mittleren Preis errechnet, den Frauen und Männer zahlen. Mal dauere der Schnitt eben länger, mal kürzer, so Johanna Mertens.

"Ich habe das noch nie verstanden mit den unterschiedlichen Preisen für Männer und Frauen."
Johanna Mertens vom Friseur-Salon Sander 13

Als sie den Salon eröffneten, war gleich klar, dass sie Einheitspreise wollen. Unterschiedliche Preise standen gar nicht zur Diskussion. In den Salons, in denen Johanna Mertens vorher arbeitete, war das meinst anders: "Aber das fühlte sich unlogisch an."

Gleiche Preise für Männer und Frauen

Unterschiedliche Preise für Männer und Frauen seien nicht so recht einleuchtend. "Die Vorstellung, dass Männer kurze und Frauen lange Haare haben, ist auf jeden Fall veraltet", sagt Johanna Mertens. Und dass Kurzhaarschnitte schneller gingen, stimme auch nicht. Kurze Haare zu schneiden, sei anspruchsvoller.

Johanna Mertens und ihr Geschäftspartner Mika Pretzer.
© privat
Im Salon von Johanna Mertens (links) zahlen Männer und Frauen gleich viel für den Schnitt. Ihr Geschäftspartner Mika Pretzer (rechts) findet das auch gut so.

Vor allem größere Salons und auch Salon-Ketten würden noch unterschiedliche Preise nehmen. Die Kunden im Salon von Johanna Mertens finden ihre Preispolitik gut. Sie seien zufrieden, sagt sie.

Dass Kunden und Kundinnen einfach nach Anzahl der Minuten zahlen, das gibt es noch kaum. Eigentlich wäre es denkbar, einen festen Preis für 30 Minuten anzubieten. Oder für 15 Minuten. Aber vielleicht würde dann niemand mehr mit dem Friseur oder der Friseurin plaudern wollen.