Die Bodenseebauern schießen mit einer großen Kanone in die Luft, um ihr Obst zu schützen. Spinnen die? Oder wissen sie mehr als wir?

Poppis, das ist ein Ortsteil von Kressbronn und das wiederum ist ein kleiner Ort am nördlichen Ufer des Bodensees. Obstbäume bestimmen hier das Bild der Landschaft. Dieter Mainberger lebt mit seiner Familie auf einem Hof und bewirtschaftet etwa 10 Hektar, auf denen Kirschen, Äpfel, Birnen und Pflaumen wachsen. Das Problem: Wenn am Bodensee ein ordentliches Gewitter aufzieht mit starkem Wind, Regen und vor allem Hagel, dann kann das schon mal eine komplette Ernte ruinieren.

Hagelnetze schützen Kirschbäume

Darum spannen die Bauern schon lange Hagelnetze über ihre Felder, die zumindest bei kleineren Unwettern das Schlimmste verhindern. Bei großen Unwettern mit langanhaltendem Hagel halten diese Netze dem Ballast aber nicht mehr stand. Sie reißen - und ein neues Netz kostet an die 15.000 Euro.

"Ich vergleiche das immer mit Verhütung. Es gibt zwei Möglichkeiten: Einmal mit Kalender, das wäre in dem Fall die Kanone, kann funktionieren, muss aber nicht. Oder mit Kondom - das ist wie das Hagelnetz, das funktioniert relativ sicher."
Dieter Mainberger, Obstbauer in Poppis
Obstkanone
© DRadio Wissen |Vera Pache
Dieter Mainberger vor seiner Hagelkanone

Deswegen haben sich die Obstbauern in Poppis zusammengetan und eine Vortex-Kanone angeschafft. Mit der wird bei drohendem Gewitter ein Propangasgemisch in den Himmel geballert. Die Druckwelle soll dann die Gewitterwolken durchmischen und im Idealfall soll es dann nur noch kleine Tropfen regnen. So jedenfalls die Idee. Wissenschaftlich nachgewiesen ist der Erfolg allerdings nicht.

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