Die bisherige Bilanz des Klimagipfels fällt erstaunlich positiv aus. Aber ob das dem Klima nützt, muss sich erst noch zeigen.

Vor einer Woche ging er los - der Klimagipfel in Lima. 195 Staaten haben Vertreter nach Südamerika geschickt und jedes Land muss auflisten, was es zu tun gedenkt, um die Erderwärmung unter zwei Grad zu halten. Jetzt ist Halbzeit und die Bilanz von Georg Ehring aus der Umweltredaktion, der die Konferenz für uns begleitet, fällt erstaunlich positiv aus. Die meisten Beobachter sind zuversichtlich, dass wirklich etwas bei den Verhandlungen herauskommt.

Was in der ersten Woche passiert ist? Es haben vor allem Beamte zusammengesessen: Vertreter der Umweltminister und Fachleute - mit dem Ziel, Detailfragen für einen ersten Entwurf zu klären. Im Anschluss müssen sich jetzt die Minister um die strittigen Fragen kümmern, erklärt Georg Ehring.

Freiwillige Zusagen statt Vorschriften

Warum sich die Stimmung in Lima im Vergleich zu früheren Treffen dieser Art verbessert hat? Zwei der größten Klimasünder bewegen sich: Die USA und China haben sich gemeinsame Ziele gesetzt und so eine positive Dynamik in Gang gesetzt. Auch die Europäische Union hat sich bewegt. Außerdem haben die Teilnehmer offenbar aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Statt von oben herab Vorschriften zu machen, setzen sie jetzt auf freiwillige Zusagen.

"Die Big-Player wie China oder USA gehen aufeinander zu und werden davon angetrieben, dass Klimaschutz immer billiger wird."
Umweltredakteur Georg Ehring über den Klimagipfel in Lima

Eine weitere wichtige Entwicklung: Klimaschutz wird immer billiger. Erneuerbare Energien kosten nur ein Bruchteil dessen, was noch vor einigen Jahren fällig wurde. Gleichzeitig lohnt sich der Abbau von Kohle immer weniger.

Die konkreten Ergebnisse der Konferenz dürften allerdings ziemlich technisch ausfallen, sagt Georg Ehring. Geklärt werden soll zum Beispiel die Frage, was eine Tonne CO2 überhaupt ist und wie sie zu messen ist. Ob am Ende all dieser Anstrengungen aber ein Klimaschutzvertrag stehen wird, ist unklar. Außerdem besteht die Gefahr, dass der vereinbarte Kompromiss zu lasch ausfallen könnte. Die Folge: Es gibt zwar einen Vertrag - aber der kann das Klima auch nicht mehr retten.