Handytickets sind praktisch: Einfach das Telefon rausholen und schnell beim Einsteigen in Bus und Bahn digital das Ticket kaufen. Doch in manchen Städten gilt genau das als Schwarzfahren - das Ticket muss vor Betreten der Bahn gebucht worden sein. Deutschlandfunk-Nova-Reporter Johannes Döbbelt zeigt, worauf ihr achten müsst.

In Hamburg ist die Lage klar. Wer sein Handy-Ticket erst kauft, wenn er schon in Bus, Straßen- oder U-Bahn eingestiegen ist, fährt schwarz. Weil der Fahrgast so in der Lage wäre, sich das Ticket mit dem Handy erst zu kaufen, wenn er Fahrkarten-Kontrolleure sieht, erklärt Rainer Vohl vom Hamburger Verkehrsverbund.

"Das Ticket muss gültig sein, bevor der Fahrgast in die Bahn steigt."
Rainer Vohl, Hamburger Verkehrsverbund

In Hamburg, München oder Frankfurt, ist das Ganze sogar noch ein strenger geregelt als in anderen Städten, sagt Deutschlandfunk Nova-Reporter Johannes Döbbelt. Denn da fängt der sogenannte fahrkartenpflichtige Bereich nicht erst im Zug, sondern schon kurz vor dem Bahnsteig an.

Das heißt: Hier muss der Fahrgast das Handyticket schon gekauft haben, bevor er oder sie runter zum U-Bahnsteig geht. Die Münchener Verkehrsbetriebe kontrollieren das auch und lassen sich die Tickets der Leute auch schon mal am Bahnsteig zeigen, sagt Döbbelt.

Tickets der DB

Im Fernverkehr der Deutschen Bahn könnten Bahnkunden das Handy-Ticket auch noch kaufen, wenn sie schon eingestiegen ist. Wichtig ist dabei darauf zu achten, dass die Buchung des Tickets vor Abfahrt des Zuges passiert und nicht nachdem der Zug sich in Bewegung gesetzt hat, erklärt Andreas Fuhrmann, Pressesprecher der Deutschen Bahn.

Im Regionalverkehr der Deutschen Bahn, gelten aber andere Regeln, je nachdem, in welchem Verkehrsverbund ich mich gerade befinde. Für die S-Bahnen in Köln gilt, dass das Handy-Ticket vor dem Fahrtantritt gekauft werden muss, sagt Johannes Döbbelt.

Berliner Bahnen

Für die Berliner Bahnen gilt offiziell das Gleiche, aber die Kontrolleure sehen das hier nicht so eng, sagt die Pressesprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe Petra Reetz. Der Timer, der in manchen Fahrscheinapps zu sehen ist, hat übrigens keine Auswirkung auf die Gültigkeit des Tickets, so Reetz. Wichtig ist einfach nur, ob der Fahrschein gültig ist oder nicht.

"Egal, ob die zwei Minuten abgelaufen sind oder nicht, in dem Moment, wo der Fahrschein auf dem Handy erscheint, haben Sie einen gültigen Fahrschein."
Petra Reetz, Berliner Verkehrsbetriebe