Eine Metallschicht auf ICE-Fenstern schützt vor zu viel Wärme durch die Sonne – und schwächt gleichzeitig den Handy-Empfang. Neue Fenster sollen helfen.

Schlechter Handyempfang zum Telefonieren und Surfen ist in der Bahn quasi Standard. Die Bahn hat ein eigenes Interesse daran, die Situation zu verbessern – schließlich ist die Möglichkeit zu telefonieren und zu surfen ein Grund, warum Menschen die Bahn und nicht das Flugzeug oder das Auto nehmen.

Seit Jahren ist ein Grund für die schlechtere Empfangsqualität, als eigentlich möglich wäre, bekannt: die Fensterscheiben in ICE-Zügen.

Die Scheiben sind nämlich mit einer unsichtbaren Schicht aus Metall versehen, die den Zug vor Überhitzung durch Sonneneinstrahlung schützen soll. Der unerwünschte Nebeneffekt: Die Handystrahlen kommen durch diese Metallschicht kaum durch.

Laser durchlöchert Metallschicht

Des Internetprovider Vodafone gibt an, dass abschirmende Effekte die Bandbreite auf bis zu ein Zehntel verringert. Bei einem Test seien von 300 MBit/Sekunde am Gleis nur 30 im Zug angekommen.

Eine Möglichkeit, die Durchlässigkeit der Wärmeschutz-Schicht zu vergrößern, sind diese zu durchlöchern: Mit einem Laser wird die Beschichtung der Scheiben so bearbeitet, dass sie die Handystrahlen durchlässt. Das Konzept ist schon seit ein paar Jahren bekannt, es gab aber technische Probleme bei der Umsetzung.

Jetzt aber hat die Bahn offenbar einen Weg gefunden, wie durch die Laserbearbeitung LTE-, 5G- und UMTS-Strahlen durchgelassen werden, dabei der Wärmeschutz aber vorhanden bleibt. Wann die neuen Fenster eingebaut werden, ist noch nicht bekannt.

Bundesnetzagentur fordert 100-Prozent-Abdeckung

Dass der Handyempfang in der Bahn nicht optimal ist, hat weitere Gründe: Telekom und Vodafone haben die ICE-Strecken weitgehend mit LTE versorgt, bei O2 liegt die Abdeckung aber erst bei 80 Prozent.

Die Bundesnetzagentur fordert, dass bis Ende 2022 an allen großen ICE- und IC-Strecken eine Geschwindigkeit von 100 Mbit/Sekunde bereitgestellt werden.

Generell ist es relativ schwierig, eine hohe Bandbreite für Zuggäste bereitzustellen, weil sich teilweise Hunderte Fahrgäste auf engem Raum befinden, diese immer dieselbe Funkzelle nutzen, die aber aufgrund der hohen Geschwindigkeit des Zuges relativ schnell wechseln. In einer Innenstadt, in der Fußgänger und Bewohner von Wohnungen versorgt werden müssen, gibt es diese Herausforderung nicht.