Das Robert-Koch-Institut warnt vor dem Hantavirus. In diesem Jahr gebe es schon besonders viele Ansteckungsfälle. Das liegt auch an dem vergangenen heißen Sommer.

Seit Jahresanfang haben sich in Deutschland rund 460 Menschen mit dem Hantavirus angesteckt. Das ist mehr als in anderen Jahren um diese Zeit. Das Hatavirus wird durch Nagetiere - bei uns vorwiegend durch Rötelmause - übertragen und kann bei Menschen ernsthafte Folgen haben.

Bei Grippe-Symptomen zum Arzt gehen

Die Symptome sind ähnlich wie bei einer Grippe: Infizierte bekommen Kopf- und Gliederschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit und eventuell haben sie Blut im Urin. Das Ganze ist auf keinen Fall auf die leichte Schulter zu nehmen, sagt Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut.

"Die Hantaviren können in Deutschland schwere Verläufe verursachen, vor allen Dingen Nierenschäden. Das geht bis zur Dialysepflichtigkeit."
Susanne Glasmacher, Robert-Koch-Institut

Wer entsprechende Symptome bei sich beobachtet, sollte auf jeden Fall zum Arzt gehen. Wenn das Hantavirus unbehandelt bleibt, kann es zu bleibenden Schäden kommen, so Susanne Glasmacher.

Zur Risikogruppe gehören in erster Linie Förster, Jäger, Bauarbeiter, Gärtner und Landwirte - also Menschen, die dort arbeiten, wo Rötelmäuse häufig vorkommen. Aber auch zu Hause können wir uns anstecken, beispielsweise wenn wir den Schuppen oder die Garage kehren - also Orte, wo sich Rötelmäuse aufgehalten haben könnten.

Hantavirus kann man überall bekommen, wo Rötelmäuse sind

Die Mäuse scheiden die Hantaviren über Kot, Speichel und Urin aus. Gefährlich wird es, wenn wir den zu Staub zerfallenen Kot aufwirbeln und einatmen. Anstecken können wir uns aber auch im Wald beim Joggen, beim Zelten oder beim Grillabend mit Freunden in der Natur.

Vorsicht in Risikogebieten

Einige Regionen Deutschlands gelten als Riskogebiete. Das sind die Schwäbischen Alb, die Gegenden rund um Stuttgart und Osnabrück, sowie Unterfranken, der Bayerische Wald, Ost-Hessen, West-Thüringen und das Münsterland.

Ein Tipp: In Buchenwäldern gibt es besonders viele Rötelmäuse, dort sollten wir vorsichtig sein. Rötelmäuse ernähren sich von Bucheckern, wovon es nach heißen Sommern wie dem letzten besonders viele gibt. Deshalb gibt es dieses Jahr besonders viele Rötelmäuse, die potentiell das Hantavirus übertragen können. Immerhin: Von Mensch zu Mensch ist das Virus nicht übertragbar.

Schutz vor Ansteckung mit dem Hantavirus

Wer sich vor dem Virus schützen möchte, kann ein paar Dinge beachten:

  • Bei der Gartenarbeit Handschuhe tragen, damit man nicht mit infizierter Erde in Berührung kommt.
  • Garage oder Keller lüften, bevor man ausfegt.
  • Mäusekadaver, die beispielsweise von Katzen auf die Fußmatte gelegt werden, anfeuchten, bevor sie entsorgt werden.

Noch mehr Tipps findet ihr bei der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung.

Shownotes
Hantavirus
Mäusekot kann krank machen
vom 10. Juni 2019
Moderatorin: 
Tina Kießling
Gesprächspartnerin: 
Krissy Mockenhaupt, Deutschlandfunk Nova