Es ist ein Klassiker beim Daten: nicht zu viel Interesse zeigen und so tun, als wäre man "schwer zu haben". Aber was steckt hinter dieser Hard-to-get-Masche? Zwei Forschende haben dazu nun mehrere Studien ausgewertet.

Um der Flirt-Masche tiefer auf den Grund zu gehen, haben zwei Forschende aus den USA das Dating-Verhalten von insgesamt 900 Teilnehmenden in mehreren Studien untersucht. Dabei wurden die Probanden unter anderem zu ihrem Beziehungsverhalten befragt, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Ann-Kathrin Horn. Die Ergebnisse wurden dann im Fachmagazin "Personality and Individual Differences" veröffentlicht.

"Da wurde abgefragt, ob die Menschen bestimmte Ängste haben, ob sie andere zappeln lassen oder ob sie Leute daten würden, die sie zappeln lassen."
Ann-Kathrin Horn, Deutchlandfunk-Nova-Reporterin

Solche Spielchen zu spielen, hat laut den Forschern zum einen mit dem Geschlecht zu tun, zum anderen auch mit einem unsicheren Bindungsstil. In den Studien zeigte sich, dass Frauen potenzielle Partner eher zappeln ließen und Männer das eher mit sich machen lassen. Und Menschen, die Angst vor Nähe hatten, ließen andere eher zappeln – als Schutzmechanismus, um am Ende jemanden zu finden, der oder die es ernst meint. Menschen, die Angst davor haben, verlassen zu werden, ließen es eher mit sich machen.

Die Strategie kann auch hilfreich sein

Die Forscher schreiben: Die Hard-to-get-Strategie kann durchaus helfen, einen Partner oder eine Partnerin zu finden – bei Menschen mit Bindungsproblemen sei allerdings die Frage, wie lang und glücklich die Beziehung sei. Menschen mit mehr Selbstbewusstsein wenden die "Zappeln lassen"-Strategie laut den Forschern seltener an.

Anziehender ist, wer geheimnisvoll bleibt

Eine ältere Studie hat gezeigt, dass viele Menschen potenzielle Partner und Partnerinnen tatsächlich anziehender finden, wenn er oder sie sie etwas hinhält und sie sich mehr Mühe geben müssen. Allerdings kann es auch ins Gegenteil rutschen, wenn das Gegenüber den Eindruck hat, es bestehe wirklich kein Interesse. Optimal ist es laut den Forschenden dieser Studie, wenn man nicht gleich alles über sich verrät, sondern wenn das Gegenüber noch länger den Wunsch habe, etwas Neuen über einen zu erfahren.