Hartz IV hat Birgit Felderhoff auf unkonventionellem Weg in Arbeit gebracht. Sie hat einen Verein gegründet, der Menschen im Hartz-IV-System berät. Zum Beispiel: Nicht alles sofort unterschreiben!

Es sah nicht gut aus für Birgit Felderhoff. Ihr Unternehmen meldet Insolvenz an, sie findet über ein Jahr lang keinen Job, landet in Hartz IV. Wie viele andere macht sie die Erfahrung: Das System geht auf die Psyche, hilft nicht oder nur kaum weiter.

Birgit Felderhoff beschließt, dass sie sich nicht unterkriegen lässt von Hartz IV, Sanktionen, unzumutbaren Jobangeboten - und gründet einen Verein, der anderen Arbeitslosen die Hilfe bietet, die sie bei ihrem Erstantrag auch schon gebraucht hätte. Brücke Mülheim e.V. heißt er. Er schickt zum Beispiel eine Begleitperson mit in die Agentur, sodass der Antragssteller seelische und fachliche Unterstützung und zudem einen Zeugen hat, was vereinbart wurde.

"Menschen machen beim Antrag Fehler. Und das System hält sie auch dazu an, diese Fehler zu machen."
Birgit Felderhoff

Birgit Felderhoff hat viel zu kritisieren an Hartz IV - doch für sie persönlich ist es am Ende gut ausgegangen. "Ich hatte schon immer ein breites Kreuz, Hartz IV hat mich noch stärker gemacht." Bei vielen anderen klappe das aber nicht: Sie zerbrechen eher daran.