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Ausziehen, Auto fahren, Entscheidungen treffen: Für die einen bedeutet das Erwachsenwerden Freiheit, andere haben Angst vor der Verantwortung. Warum wir diese Lebensphase so unterschiedlich wahrnehmen, besprechen wir in dieser Ausgabe der Ab 21.

Laetitia und Konrad sind Anfang 20 und gerade dabei, erwachsen zu werden – das sagen die beiden selbst. Denn für sie ist Erwachsensein ein Prozess, der so schnell nicht aufhören wird. "Richtig erwachsen werde ich mich vielleicht erst fühlen, wenn ich dann tatsächlich einen festangestellten Job habe", glaubt Laetitia.

Erwachsenwerden ist ein Prozess

Erwachsenwerden hat vor allem damit zu tun, dass wir anfangen, Verantwortung zu übernehmen, sagt Anne Berngruber, die zum Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter forscht. Das heiße aber nicht, dass wir direkt unabhängige und selbstständige Menschen sind. Warum wir trotzdem oft Angst haben vor dem Erwachsensein und das eigentlich nicht müssen, erklärt die Wissenschaftlerin im Podcast.

Infos übers Erwachsenwerden

  • Auch wenn wir mit 18 volljährig sind, sind wir dann meistens noch nicht raus aus dem Übergang von der Kindheit ins Erwachsenenleben, so eine Untersuchung von britischen Forschenden: Die Adoleszenz-Phase, also der Zeitraum, wo wir zu Erwachsenen werden, soll vom zehnten bis zum 24. Lebensjahr reichen. Diese Verlängerung habe ihren Ursprung darin, dass sich unsere Lebensbedingungen und -vorstellungen stark verändert haben. Die meisten jungen Menschen könnten sich nicht mehr mit den "typischen" Merkmalen des Erwachsenwerdens wie Hauskauf und Vollzeitjob identifizieren und bräuchten deswegen mehr Zeit.
  • In Deutschland lebt jede vierte Person unter 25 noch bei den Eltern, so eine Umfrage des Statistischen Bundesamts. Dabei sind es eher junge Männer, die länger zu Hause bleiben – rund ein Drittel wollen mit 25 noch nicht ausziehen. Bei den Frauen liegt der Anteil bei 21 Prozent. Das Auszug-Durchschnittsalter in Deutschland liegt bei 23,7 Jahren und ist somit etwas niedriger als im EU-Durchschnitt.
  • 1974 wurde in der Bundesrepublik das Volljährigkeitsalter von 21 auf 18 herabgesetzt. In der DDR waren 18-Jährige auch schon vorher Erwachsene.